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Weshalb ein zweites Holocaustmuseum nötig ist

30. Nov. 2013

Ein Mitte-Rechts-Kommentator begrüßt die Idee zum Bau eines neuen Holocaust-Mahnmals in Budapest, da er der Ansicht ist, dass das erst vor zehn Jahren eröffnete seine Mission nicht erfüllt habe.

Das neue Museum, das im kommenden Jahr als Teil der Gedenkveranstaltungen aus Anlass des 70. Jahrestages des ungarischen Holocaust gebaut werden soll, stehe bereits jetzt im Kreuzfeuer der Kritik, stellt János Pelle in Heti Válasz fest. Während die neue Pro-Nazi-Partei vor dem geplanten Standort eine Demonstration veranstaltet habe, lehnten auch links-liberale Intellektuelle die Idee ab. Letztere seien vor allem wegen deren Nichtbeteiligung an dem Vorhaben erbost. Warum aber sollten sie beteiligt werden?, fragt Pelle, seien sie es doch gewesen, die vor zehn Jahren das erste Holocaustmuseum eingerichtet hätten und keinen Erfolg damit hatten. Tatsächlich werde ein neues Mahnmal benötigt, weil das erste eintönig sowie wie ein Schulbuch eingerichtet sei und jährlich lediglich 16.000 Besucher anlocke. Der Autor vermerkt, dass das neue Museum im kommenden Jahr auf dem Gelände eines ehemaligen Bahnhofs errichtet werde, von dem aus in den letzten Monaten des Jahres 1944 Massen ungarischer Juden – hauptsächlich Frauen – in die Nazi-Konzentrationslager deportiert wurden. Pelle begrüßt die Idee, wonach sich das „Haus der Schicksale“ – so soll es Planungen zufolge benannt werden – auf die Tragödie der vom Holocaust betroffenen Kinder konzentrieren werde und verweist darauf, dass der erste ungarische Roman, der einen Literatur-Nobelpreis gewonnen habe, nämlich der „Roman eines Schicksallosen“ von Imre Kertész, den Holocaust ebenfalls durch die Brille eines Jungen beschreibe.

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