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Jobbik-Boykott funktioniert nicht

25. Mar. 2014

Ein liberaler Kommentator ermutigt Politiker abseits extremistischer Strömungen, sich bei öffentlichen Diskussionen auch mit Parlamentariern von Jobbik auseinanderzusetzen, da die rechtsradikale Partei zu mächtig sei, um ignoriert werden zu können.

Jobbik habe längst jene Grenze überschritten, bis zu der eine Isolation der Rechtsextremen noch erfolgreich sein könne, schreibt ein sich „Sabater“ nennender Blogger auf HVG online. Das einzige, was ein Festhalten am Prinzip „sprich nicht mit Nazis“ erreiche, sei der Umstand, dass ihre Botschaft ungefiltert zur Öffentlichkeit durchdringe, erklärt der Blogger. Tatsächlich öffneten sich die Medien für Jobbik, während die linken Parteien stets und ständig Sendungen boykottierten, in denen auch Jobbik zu Wort käme. Im Ergebnis würden die Jobbik-Botschaften unhinterfragt ausgestrahlt. In Schweden werde die extremistische Partei Sverigedemokraterna von den Demokraten erfolgreich boykottiert, da sich der nationale Postdienst des Landes durch die Weigerung, das Informationsmaterial der Radikalen zu befördern, den Demokraten anschließe – eine Haltung, die von weiten Teilen der Bevölkerung goutiert werde. In Ungarn habe Jobbik bei den letzten Wahlen knapp 17 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen können, die Partei verfüge über Geld, zehntausend Mitglieder sowie eine Wochenzeitung und vielseitige Onlinemedien. Unter diesen Umständen dürfte es ins Auge gehen, wenn man Jobbik ignoriere. „Niemand kann hinter einem Zaun isoliert werden, der ein riesiges Loch hat“, stellt der HVG-Autor lapidar fest.

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