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US-Botschaft zum Nazi-Invasionsmahnmal

24. Apr. 2014

Für eine linke Tageszeitung stellen die Bemerkungen der US-Botschaft eine weitere klare Mahnung an die Regierung dar, während sie für ihr Pendant auf der rechten Seite seltsam anmuten.

In einer Stellungnahme vom 22. April fordert die US-Botschaft die Regierung auf, in einen Dialog mit den Kritikern des Mahnmals zu treten. Das Monument zur Erinnerung an die Nazi-Besatzung wird derzeit auf dem Freiheitsplatz nahe der amerikanischen Botschaft und gegenüber des Sowjetdenkmals errichtet (vgl. BudaPost vom 12. April).

In ihrem Aufmacher interpretiert Népszava die Stellungnahme als weitere einer ganzen Serie von an die Regierung gerichteten Ermahnungen. Das Blatt zitiert den ehemaligen sozialistischen Außenminister László Kovács, der die Kritik als „höfliche, aber entschiedene Mahnung” beschreibt. Es sei auch nicht die erste gewesen, mit der man sich an Orbán gewandt habe, betont Kovács. Népszava erinnert in diesem Zusammenhang an kritische Äußerungen der ehemaligen Außenministerin Hillary Clinton sowie der früheren Botschafterin Eleni Tsakopoulos Kounalakis aus den vergangenen zwei Jahren.

Auf der Titelseite von Magyar Nemzet drückt Ágnes Győr ihr Befremden darüber aus, dass sich die Botschaft überhaupt in der Sache geäußert habe. Die Autorin hält die Behauptung für scheinheilig, wonach – wie einige Protestierende behaupten – die Nazi-Invasion nicht das wichtigste hinter dem Holocaust stehende Geschehnis gewesen sei. Schließlich würde Mazsihisz, der Nationalrat jüdischer Gemeinden, jedes Jahr zum Jahrestag der Invasion Gedenkveranstaltungen abhalten. Zudem seien auch Äußerungen des Mazsihisz-Generalsekretärs belegt, wonach die Invasion das Schicksal des ungarischen Judentums besiegelt habe. Darüber hinaus erinnert die Autorin daran, dass die Botschaft es versäumt habe, auf eine Anfrage von Magyar Nemzet zu reagieren. Dabei ging es um den Aufruf des Herausgebers von „American Népszava” (eine linke Onlinezeitung mit Sitz in den USA – Anm. d. Red.), das Denkmal auf dem Freiheitsplatz in die Luft zu sprengen.

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