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Linke vor der dritten Niederlage in Serie

31. Jul. 2014

In Hinblick auf die jüngsten Meinungsumfragen zehn Wochen vor den Kommunalwahlen sagen Kommentatoren des rechten Spektrums einen weiteren überragenden Sieg für das rechte politische Spektrum voraus. Eine links ausgerichtete Denkfabrik glaubt, dass die Sozialistische Partei und ihre Verbündeten nur geringe Chancen haben, in naher Zukunft einen Sieg einzufahren.

Sowohl Ipsos, ein links ausgerichtetes Meinungsforschungsinstitut, als auch das von der Regierung finanzierte Századvég-Institut sehen die politischen Präferenzen seit den Wahlen im Frühjahr als praktisch unverändert an – mit einem weiten Vorsprung für den Fidesz, gefolgt von Jobbik und dahinter die MSZP, deren zwei Verbündete weit abgeschlagen liegen.

Auf Valasz.hu, der Online-Version von Heti Válaszhält István Dévényi zwei Erklärungen für die magere Vorstellung der Linken parat: die ständige Rivalität zwischen den potentiellen Verbündeten, die – wenn überhaupt – nur auf Kosten eines jeweils anderen zulegen konnten, und die geringe Popularität ihrer Spitzenpolitiker. Die Gesichter in der ersten Reihe seien nur im eigenen Lager populär, während ihnen andernorts, darunter auch bei den Verbündeten, die Anziehungskraft fehle. Die einzige Ausnahme sei József Tóbiás, der neu gewählte Vorsitzende der MSZP, der selbst unter der sozialistischen Anhängerschaft nur über ein geringes Ansehen verfüge.

In Magyar Nemzet findet es Zsuzsanna Körmendy erstaunlich, dass die Popularität der Regierung bereits seit Jahren Bestand habe. Sie vermutet, dies sei zu großem Teil der Tatsache zu verdanken, dass sich die Öffentlichkeit von den ständigen „linksliberalen Scharaden“ irritiert zeige. Dazu zählt sie den Protest um das Denkmal für die Opfer der Nazi-Besatzung (vgl. BudaPost vom 23. Juli). Die Linke, fährt Körmendy fort, bekämpfe mutig den Faschismus, ohne zu merken, dass der Zweite Weltkrieg seit beinahe 70 Jahren vorbei sei. Bis heute sei die einzige linke Partei, die ihre Popularität habe merklich steigern können (von drei auf derzeit sechs Prozent), die Demokratische Koalition, geführt von „einem diskreditierten Politiker namens Ferenc Gyurcsány“. Wenn die Linke unfähig sei, sowohl mit ihrer Vergangenheit als auch mit ihrer Gegenwart abzurechnen, „was für eine Zukunft hat sie dann?“, fragt die Autorin abschließend.

Anstatt den Fidesz müsse die Linke Jobbik besiegen, meint die linksliberale Denkfabrik Policy Solutions. Laut der Analyse jüngster Umfragen nach Regionen und Komitaten habe die Linke in solchen Gegenden einige Fortschritte erzielt, die bei jeder einzelnen Wahl seit 2002 vom Fidesz dominiert worden seien. In der Zwischenzeit aber habe sie traditionelle linke Hochburgen in Ostungarn verloren. Diese werden vom Fidesz dominiert, denn die größere Hälfte der potentiellen Wähler der Sozialisten sei zu Jobbik übergelaufen. Sie zurückzugewinnen sei unerlässlich, wenn die Linke je wieder eine Wahl gewinnen wolle, so das Fazit der Denkfabrik.

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