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Die Wirkungen russischer Wirtschaftssanktionen

9. Aug. 2014

Das Embargo auf Lebensmittel, das Russland als Vergeltung für die westlichen Sanktionen verhängt hat, wird Ungarn schaden, hebt eine konservative Kolumnistin hervor. Ihrer Meinung nach bestehen die USA auf die strengen Sanktionen gegenüber Moskau, um ihre wirtschaftliche Position in Europa zu stärken.

Das von Moskau verhängte Embargo auf Lebensmittel werde Konsequenzen für die 1.500 ungarischen Exporteure Richtung Russland haben, schreibt Anna Szabó in Magyar Nemzet. Die konservative Kolumnistin glaubt, dass aufgrund des zwischen dem Westen und Russland angezettelten wirtschaftlichen Rachefeldzugs sowohl die EU als auch Moskau nur verlieren könnten. Ungarn könne durch dieses Geplänkel „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen werden, meint Szabó und erinnert daran, dass der Forint (ebenso wie andere regionale Währungen) in den letzten Tagen bereits an Wert nachgegeben habe und damit auch die auf Euro-Basis berechnete öffentliche Verschuldung Ungarns angestiegen sei. Wenn sich die Krise verschärfe, könnte Russland als Vergeltung für die westlichen Wirtschaftssanktionen auch auf den Gedanken kommen, den Gashahn nach Europa zuzudrehen und die Nutzung seines Luftraums zu beschränken, spekuliert Szabó. Eine solche Politik würde den mitteleuropäischen Ländern erheblich schaden, die extrem abhängig von russischen Gaslieferungen seien, warnt die Autorin.
„Nicht, dass all das jemanden in Washington stören würde“, argwöhnt Szabó und vermutet, dass die Vergeltungsmaßnahmen Washingtons wirtschaftlichen Interessen sogar dienlich sein könnten. Sollte das russische Embargo Europas Position in Russland vor der Einführung des transatlantischen Freihandelsabkommens schwächen, könnten US-Unternehmen einen größeren Einfluss auf dem europäischen Markt erlangen. Abschließend fragt sich die Autorin, ob die Sanktionen überhaupt hilfreich seien, die russisch-ukrainische Krise zu lösen.

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