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Forderung nach einer vereinigten Linkspartei zurückgewiesen

4. Sep. 2014

Nach Auffassung eines konservativen Kommentators kann die vom ehemaligen Ministerpräsidenten Gyurcsány erhobene Forderung nach Vereinigung der Linken zu einer Partei kaum ernst genommen werden.

In einem in Népszabadság erschienenen Aufsatz schreibt der ehemalige Ministerpräsident Ferenc Gyurcsány, um den Fidesz schlagen zu können, sollten die linken Parteien idealerweise eine vereinigte Demokratische Partei gründen, die sich an liberalen Werten orientiere. Zumindest aber – so Gyurcsány – sollte die Koalition halbautonomer Linksparteien eine gemeinsame Führung erhalten. Dieser Vorschlag wurde sowohl von der MSZP als auch von Gemeinsam 2014 zurückgewiesen.

In der Tageszeitung Magyar Nemzet fragt sich Miklós Ugró, ob die Linksparteien neue Hauptsitze suchten, um ihr künftig enger gestaltetes Bündnis – wie von Ferenc Gyurcsány vorgeschlagen – vorzubereiten. (Magyar Nemzet hatte berichtet, dass sich die MSZP sowie die Demokratische Koalition von Gyurcsány nach neuen, kostengünstigeren Bürogebäuden umsehen, während Gemeinsam 2014 bereits vor sechs Monaten in eine erschwinglichere Parteizentrale umgezogen war – Anm. d. Red.) Obgleich im Hinblick auf Programmatik oder Strategie die linken Parteien nur wenig gemeinsam hätten, dürfe Gyurcsány dennoch hoffen, dass ihr gemeinsamer Hass auf Ministerpräsident Orbán für die Etablierung eines engeren Bündnisses ausreichen könnte. Der regierungsfreundliche Kolumnist empfindet es als paradox, dass ein Ruf zur Geschlossenheit gerade von Gyurcsány ausgeht, den Ugró als Hauptverantwortlichen für Krise und Polarisierung bei der Linken benennt. Zunächst sollte die Linke an Stärke zulegen und erst danach die Form ihrer Zusammenarbeit diskutieren, rät der Autor. Doch selbst wenn der Vorschlag Gyurcsánys Gestalt annehmen sollte, wäre eine vereinigte Linke für die Wähler kaum attraktiver als die einzelnen Parteien, vermutet Ugró.

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