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Gedanken zur rechtsradikalen Gefahr in Europa

18. Sep. 2014

Verschiedene Kolumnisten befassen sich mit den am vergangenen Wochenende abgehaltenen Wahlen in Schweden sowie der Bundesrepublik Deutschland. Dabei herrscht Einigkeit darüber, dass der Aufschwung des Rechtsextremismus sogar in Ländern Westeuropas, die weniger massiv unter der Wirtschaftskrise zu leiden hatten, unvermeidlich sei.

Die extreme Rechte sei sogar in wohlhabenderen westeuropäischen Ländern auf dem Vormarsch, konstatiert Csaba Lukács in der Druckausgabe von Magyar Nemzet. Mit Blick auf die schwedischen Parlamentswahlen verweist der konservative Analyst darauf, dass die rechtsextremen Schwedendemokraten mit ihrem 12,9-prozentigen Stimmenanteil prozentual über mehr Parlamentssitze verfügen würden als die ungarischen Rechtsradikalen von Jobbik. Lukács erinnert an Berichte, denen zufolge sich in Malmö immer häufiger antisemitische und gegen Einwanderer gerichtete Gewalttaten ereigneten. Der Autor glaubt, dass die wachsende Popularität der extremen Rechten das Resultat von verstärkter Einwanderung, massiver Arbeitslosigkeit und einer zunehmenden Ungleichheit sei. All dies belege, dass selbst wohlhabendere Länder ihre Probleme mit der Armutsbekämpfung hätten, wobei sich Arme ohne sinnstiftende Chancen den Rechtsradikalen zuwenden würden.

In Népszabadság ergänzt Edit Inotai, dass die Rechtsaußen-Partei Alternative für Deutschland bei den Landtagswahlen in Brandenburg vom Wochenende zwölf Prozent habe erreichen können. Ungeachtet der Tatsache, dass weder Deutschland noch Schweden massiv unter der Wirtschaftskrise gelitten hätten, habe die fremdenfeindliche radikale Rechte in beiden Ländern ihre Anhängerschaft vergrößern können. Laut Inotai geht die extreme Rechte erfolgreich auf Ängste der Wählerinnen und Wähler vor zunehmender wirtschaftlicher Unsicherheit und geringerem Wirtschaftswachstum ein. Dabei könne sie politisch keinerlei glaubwürdige Alternativen anbieten. Die gute Nachricht laute, dass fast 90 Prozent der schwedischen und Brandenburger Wähler die Rechten nach wie vor ablehnten. Das Vorhandensein des Rechtsradikalismus auf der politischen Bühne erinnere die Volksparteien daran, dass sie Fragen wie Einwanderung oder den Mangel an Chancen nicht einfach links liegen lassen dürften, so Inotai abschießend.

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