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Katholische Ökonomin fordert eine Revision von Studienplänen im Fach Volkswirtschaft

3. Nov. 2014

Eine Nonne vom Orden der Dominikaner begrüßt die Bemühungen der Ungarischen Nationalbank (MNB), dem Beispiel führender Gelehrter und Universitäten weltweit zu folgen und die Bedeutung anzuerkennen, der eine Streichung neoliberaler Dogmen aus den Studienplänen für Wirtschaftswissenschaftler zukommt.

In Heti Válasz fordert Sarolta Laura Baritz eine Umgestaltung von Studienplänen im Fachbereich Volkswirtschaft, um junge Ökonomen mit dem Wissen auszustatten, das für ein Reagieren auf umfassende soziale Herausforderungen nötig ist. Die Dominikaner-Nonne und Volkswirtin erinnert daran, dass Studenten weltweit mit ihren auf neoklassisches Denken fokussierten Studienplänen zunehmend unzufrieden seien. Seit Ausbruch der Wirtschaftskrise wollten die Studenten ihre fachspezifischen Perspektiven ausweiten, damit sie sich besser mit Problemen der Ungleichheit sowie umweltpolitischen Herausforderungen befassen könnten, die von den klassischen Wirtschaftstheorien links liegen gelassen würden. Baritz zitiert führende Ökonomen, darunter Joseph Stiglitz und Andy Holland, die ebenfalls darauf hingewiesen hätten, dass die Lehrpläne im Fach Volkswirtschaft vielfältiger und interdisziplinärer gestaltet werden sollten, um den Studenten beim Verständnis komplexer sozialer Phänomene zu helfen und ihre soziale Verantwortung zu stärken.
Baritz verweist darauf, dass Spitzenuniversitäten und führende Forschungseinrichtungen weltweit, darunter auch das Institute for New Economic Thinking von George Soros, Projekte mit dem Ziel angeschoben haben, enge disziplinäre Grenzen sowie neoliberale Marktdogmen zu überwinden. Die Wirtschaft sollte als ein Werkzeug zur Förderung sozialer Werte verstanden werden. Auf diese Weise sollte die Wirtschaft das menschliche Leben verbessern, anstatt lediglich Gewinne zu generieren, schreibt Baritz. In diesem Sinne begrüßt sie die Entscheidung der Nationalbank, eine neue Denkschule im Bereich Volkswirtschaft zu finanzieren. (Im August hatte Nationalbankchef György Matolcsy verkündet, dass die MNB eine Stiftung mit einer Kapitalausstattung von 200 Milliarden Forint gegründet habe. Mit dem Geld sollen neue Bildungseinrichtungen und Forschungszentren finanziert werden. Ziel sei die Ausbildung einer neuen Generation von Ökonomen, die sich nicht nach der „überholten neoliberalen Lehre“ im Bereich Volkswirtschaft richte, wie Matolcsy sich ausdrückte – Anm. d. Red.)

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