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MSZP – am Scheideweg festgefahren

15. Nov. 2014

In einem Beitrag für eine der führenden linksorientierten Tageszeitungen wirft der ehemalige Chef des Ungarischen Bankenverbandes der Sozialistischen Partei vor, Kernwerte und Symbolik der Sozialdemokratie zu missachten. Dabei sei dies, so der Autor, als eine konstruktive Kritik zu verstehen.

„Glauben die führenden Köpfe der MSZP ernsthaft, dass sie von ihren Luxusautos, Geländewagen und Motorrädern über die Lasten für die Armen predigen können, ohne entlarvt zu werden und ihre Glaubwürdigkeit zu verlieren?“, fragt Péter Felcsuti in Népszava. Nach Ansicht des bekannten Investmentbankers sollte die MSZP zur Erneuerung ihrer Sympathiewerte ihr Imageproblem lösen. Felcsuti erinnert daran, dass die aufstrebenden Führungsköpfe der Sozialistischen Partei in den Medien häufig in teurer Kleidung und am Steuer von Luxusautos auftauchen würden. Diese Fakten verdeutlichten, dass sich Lebensstil und Sozialisation von MSZP-Spitzenpolitikern meilenweit von linken Idealen entfernt hätten. Die Sozialistische Partei dürfte kaum ihre sozialdemokratischen Wurzeln finden, solange ihre Führung vom spießbürgerlichen Streben geleitet werde, dem Prozent der Bevölkerung mit dem größten Vermögen anzugehören. Die linke Kernwählerschaft scheue eine Stimmabgabe für die Sozialisten, da sie nicht wisse, wie sich die sozialistischen Politiker einen derartig teuren Lebensstil leisten können. Resümierend äußert der Autor die Vermutung, dass die MSZP „eine komplette geistige, strukturelle und personelle Grundsanierung benötigt, um eine Chance auf Wiedererlangung ihrer Popularität zu erhalten“. Ohne derartig massive Reformen, so Felcsuti, dürfte die Sozialistische Partei „eine Zombie-Partei“ bleiben: eine post-kommunistische Partei, die nicht mehr in der Lage sei, auf Tuchfühlung zum gewöhnlichen Wahlvolk zu gehen.

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