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Linke muss sich der Mitte nähern

2. Dec. 2014

Für einen Kommentator des linken Spektrums muss die Linke eine 180-Grad-Wende vollführen, um mit dem Durchschnittswähler auf Tuchfühlung zu kommen und das Fundament für eine mögliche künftige Regierungskoalition mit dem Fidesz zu legen.

Um ihre Stärke wiederzuerlangen, müsse die Linke sich in die ideologische Mitte bewegen, schreibt István Krómer in Népszava. Der linksorientierte Kommentator glaubt, dass die Linke von liberalen Intellektuellen gekapert worden sei, die lieber Kulturkriege führten, anstatt Themen vorzubringen, die für den Durchschnittsbürger wirklich von Bedeutung seien. Die linke Anhängerschaft sei nicht im Entferntesten an den Sorgen liberaler Intellektueller interessiert, in deren Augen die Nazi-Vergangenheit wiederhergestellt und das Prinzip der Gewaltenteilung geschwächt werde. Krómer empfiehlt der Linken, statt abstrakte und theoretische Debatten zu führen, sollte sie der Strategie von Ministerpräsident Orbán nacheifern, den Leuten zuhören und Antworten auf deren alltägliche Sorgen liefern. Hunderttausende Wähler, die mit der gegenwärtigen Regierung unzufrieden seien, könnten so abgeworben werden, glaubt Krómer. Bei der Analyse der Aussichten für die Linke vertritt der Autor den Standpunkt, dass es wichtig wäre, wenn die Sozialisten die Verunglimpfung beider Rechtsparteien unterlassen würden. Es sei höchst unwahrscheinlich, dass die Linke in naher Zukunft beliebt genug sein werde, um eine Regierung ohne Koalitionspartner bilden zu können. So sollte sie sich entweder zum Fidesz oder zu Jobbik hin öffnen. Die Kernwerte des Fidesz, darunter Arbeitsplätze, Familie, Staatseigentum sowie Ordnung, seien der traditionellen Linken-Wählerschaft keineswegs fremd. Würde die Linke ihre derzeitig vorhandene liberale Intelligenz abschütteln, könne sie sich mit der Vereinnahmung von Fidesz-Botschaften diesen Wählern gegenüber öffnen, gibt sich Krómer überzeugt.

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