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Euro und Forint schwächeln

7. Jan. 2015

Da der Euro gegenüber dem US-Dollar deutlich nachgibt und auch der Forint mit Blick auf den Euro auf ein Allzeit-Tief zusteuert, fordert ein Analyst aus dem linken Spektrum die Regierung zu einem Politikwechsel auf. Eine konservative Kolumnistin macht geopolitische und wirtschaftliche Faktoren für die Schwächung beider Währungen verantwortlich.

Während sich der Euro am Montag auf einem Neun-Jahres-Tief gegenüber dem US-Dollar befand, wurde ein Euro mit 320 Forint – und damit nah am historischen Maximum von 324 Forint aus dem Jahr 2012 – gehandelt. Währungen anderer neuer EU-Mitgliedsstaaten in Mittel-Osteuropa haben im vergangenen Monat im Verhältnis zu den Schlüsselwährungen ebenso an Wert verloren.

„Ausländische Investoren fallen nicht auf die Propaganda der ungarischen Regierung herein“, schreibt Bence Kriván in Népszabadság. Der Analyst aus dem linken Spektrum erinnert daran, dass der Fidesz im Vorfeld der Wahlen 2010 die damalige Regierung aus Sozialisten und Liberalen harsch kritisiert habe, als der Euro die 300 Forint-Marke überschritt. Gedeutet worden sei diese Schwäche der ungarischen Währung als Hinweis einer schlappen und schlecht geführten Wirtschaft. Um den Kurs zu stabilisieren, müsse die Orbán-Regierung eine schlüssigere und berechenbarere Politik verfolgen, glaubt Kriván.

Die Schwächung des Forint und des Euro basiere auf externen Faktoren, meint Anna Szabó in Magyar Nemzet. Die regierungsfreundliche Kolumnistin hebt hervor, dass das Wirtschaftswachstum stagniere und trotz der Anstrengungen der EZB, den Leitzins nahezu auf Null zu setzen, innerhalb der EU eine Deflation drohe. Ängste über einen möglichen EU-Austritt Griechenlands, die zunehmenden Schwierigkeiten der Türkei, ihre Schulden zu bedienen, sowie die Rezessionen in Venezuela und Argentinien würden Investoren abschrecken. Für Szabó haben zudem auch die Ukraine-Krise und der Wertverfall des Rubel besonders negative Einflüsse auf Ungarn.

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