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Tesco schließt 13 Geschäfte in Ungarn

16. Jan. 2015

Nach der vom britischen Handelsriesen Tesco verkündeten Entscheidung, 13 Geschäfte in Ungarn schließen zu wollen, macht ein Kolumnist des linken Spektrums die Regierung für die Entlassung von 500 Angestellten verantwortlich. Sein Widerpart auf der regierungsfreundlichen Seite glaubt, dass die Schließung der unrentablen Geschäfte im Rahmen einer finanziellen Rosskur und aufgrund der Probleme der Londoner Muttergesellschaft erfolgt.

In Népszava wirft Tamás Bihari der ungarischen Regierung vor, Tesco zu bestrafen, um ungarischen Supermarktketten einen Vorteil zu verschaffen. Der Kolumnist aus dem linken Spektrum zitiert das Tesco-Management, wonach die rote Zahlen schreibenden Läden wegen der „rechtlichen Rahmenbedingungen“ geschlossen werden müssten, womit Extrasteuern und die neue progressive „Steuer auf die Kontrolle von Lebensmitteln“ gemeint seien (vgl. BudaPost vom 18. Dezember 2014). Bihari vermutet, dass sich auch das verpflichtende Sonntagsverkaufsverbot in Entlassungen ausdrücken werde (vgl. BudaPost vom 9. Dezember). Der Autor vertritt die Ansicht, dass die – seiner Meinung nach – „diskriminierende“ Sanktionspolitik darauf ausgerichtet sei, Tesco und andere beliebte Supermarktketten in ausländischer Hand zu schwächen, um ihre ungarischen Wettbewerber zu unterstützen, die sich, so die Vermutung, im Besitz von Fidesz-freundlichen Geschäftsleuten befinden. Abschließend fragt sich Bihari, ob wohl auch andere Handelsketten Massenentlassungen verkündet werden.

Grund für die Schließung der ungarischen Geschäfte sei der allgemeine Abwärtstrend beim im London ansässigen Unternehmen Tesco, schreibt Ottó Nagy in Magyar Hírlap. Der Kolumnist aus dem rechten Spektrum hebt hervor, dass Tescos Profit deutlich nachgebe und sich das Unternehmen zu Ausgabenkürzungen in mehreren Ländern entschieden habe. So würden unter anderem 43 Tesco-Supermärkte im Vereinigten Königreich sowie zwei in der Tschechischen Republik geschlossen. Nach Einschätzung von Nagy wird die Schließung von 13 Geschäften keinen signifikanten Einfluss auf den ungarischen Einzelhandelsmarkt haben. Nebenbei bemerkt der Autor, dass sich die ungarische Linke – nunmehr besorgt über die Entlassung von 500 Angestellten – nicht zu Wort gemeldet habe, als nach dem hiesigen Markteintritt multinationaler Ketten kleine Läden hatten schließen müssen. Tesco sei laut Nagy bekannt dafür, all seinen Zulieferern überaus rigorose und ungünstige Konditionen aufzuerlegen. Wiederholt sei das Unternehmen von der Verbraucherschutzbehörde mit Strafen belegt worden.

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