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Quaestor-Eigner in U-Haft

28. Mar. 2015

Der Eigentümer des insolventen Brokerhauses Quaestor befindet sich in Untersuchungshaft. Vor diesem Hintergrund argwöhnt die führende linksorientierte Tageszeitung, dass die Behörden durch ihr verspätetes Eingreifen dem CEO der Maklerfirma dabei geholfen haben, Geld aus dem Unternehmen abzuziehen. Ein regierungsfreundlicher Kommentator vertritt die Ansicht, die Regierung habe mit der Rettung von bei Quaestor deponierten öffentlichen Geldern richtig gehandelt.

Die Polizei hat bestätigt, dass Csaba Tarsoly, der Eigentümer des insolventen Brokerhauses Quaestor (vgl. BudaPost im Laufe dieses Monats), mittlerweile in Untersuchungshaft genommen wurde. Anfang März hatte Tarsoly seinen Posten als CEO an eine arbeitslose Person übertragen. Nachdem jedoch der Verdacht geäußert worden war, er wolle sich der strafrechtlichen Verantwortung für den illegalen Transfer verbliebener Aktiva auf sichere Konten entziehen, kehrte er auf seinen Posten zurück.

Im Leitartikel auf der Titelseite von Népszabadság wird den Behörden vorgeworfen, sie hätten Tarsoly bei dem Versuch geholfen, Geld von Quaestor abzuziehen. Während die Polizei seine Verhaftung auf die lange Bank geschoben habe, habe er noch Entscheidungen treffen können, die sich negativ auf Kleinanleger auswirken könnten, kritisiert das linksorientierte Blatt.

Zsolt Bayer von Magyar Hírlap bezeichnet die Vorwürfe seitens der Linken als „sonderbar“. Der regierungsfreundliche Kolumnist macht darauf aufmerksam, dass frühere sozialistisch-liberale Regierungen den Beschluss gefasst hätten, Maklerfirmen nur alle fünf Jahre auf Herz und Nieren zu überprüfen. Genau in diesem Jahr sei es nun soweit gewesen, demzufolge habe die Orbán-Regierung gar keine Möglichkeit gehabt, den Problemen zu einem früheren Zeitpunkt auf die Spur zu kommen, behauptet Bayer. Es sei weise gewesen, öffentliches Vermögen durch den Abzug von in Brokerhäusern deponierten Einlagen zu schützen. Bayer weist auch den Hinweis zurück, Orbán hätte die Öffentlichkeit informieren sollen, falls er den Bankrott von Quaestor für möglich gehalten habe. Hätte der Ministerpräsident dies getan, hätte er einen sofortigen Ansturm auf die Banken ausgelöst, notiert Bayer.

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