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Migrationsdebatte polarisiert Ungarn zusätzlich

11. Sep. 2015

Ein renommierter Politologe äußert die Befürchtung, dass die höchst ideologisch und zusehends polemisch geführte Debatte zum Thema Migration bzw. Flüchtlinge die ungarische Öffentlichkeit weiter polarisieren wird. Dadurch werde jegliche vernünftige und in maßvollem Ton stattfindende Diskussion unmöglich gemacht.

Dieses Land sei in der Gefahr, von der Flüchtlingsdebatte komplett in zwei Lager gespalten zu werden. Diese Besorgnis äußert Gábor Török angesichts der in Ungarn wütenden und zunehmend fanatisch geführten Auseinandersetzung. Auf Facebook räumt der in der politischen Mitte angesiedelte Publizist ein, dass sowohl die außer Kontrolle geratene Migration als auch die miese internationale Reputation Ungarns überaus problematisch seien. Sie würden allerdings in den Schatten gestellt von den Folgen tief in die Gesellschaft eingegrabener ideologischer Brüche.
Török vermutet, dass neben den politischen Parteien des Landes dieses Mal auch die Bevölkerung komplett gespalten sei. Da beide Lager in ihrer Rhetorik immer radikaler und hasserfüllter aufträten, werde die politische Mitte unterhöhlt und eine Vermittlung zwischen den beiden ideologisch geprägten Seiten unmöglich, fürchtet der Politologe. Selbst wenn die Flüchtlingskrise eines Tages Geschichte sein werde, dürften die immer stärker polarisierten und in bitterer Feindschaft einander gegenüberstehenden ideologischen Lager nicht mehr fähig sein, sich an einer sinnvollen Diskussion zu beteiligen, prophezeit Török.

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