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Syriengespräche USA-Russland mit ungarischen Augen gesehen

2. Oct. 2015

Kommentatoren der Linken und Rechten sind sich einmal einig: Eine US-amerikanisch-russische Zusammenarbeit wäre dringend geboten, um die Syrienkrise lösen zu können. Ohne eine Wiederherstellung von Recht und Ordnung werde der Zustrom von Flüchtlingen nach Europa nicht versiegen.

Als „einen kleinen aber wichtigen Schritt“ bezeichnet Mariann Őry die Gespräche zwischen US-Präsident Obama und seinem russischen Amtskollegen Putin am Rande der UNO-Vollversammlung vom vergangenen Montag. In Magyar Hírlap schreibt die konservative Kolumnistin, es sei vielversprechend, dass sich Obama zu einer Kooperation mit Moskau bereiterklärt habe. Doch solange sich die USA und Russland nicht über das machtpolitische Schicksal von Präsident Assad verständigen könnten, bestehe nur wenig Hoffnung auf Befriedung, glaubt Őry. Für Europa wäre eine Lösung der Syrienkrise unbedingt notwendig, da der Zustrom von Migranten im Falle eines anhaltenden Krieges kaum versiegen würde.

In Népszabadság argwöhnt Gábor Horváth, dass sowohl Moskau als auch Washington die Syrienkrise zur Verankerung ihrer geopolitischen Macht in der Region nutzen würden. Ungeachtet ihrer angespannten diplomatischen Beziehungen zwinge die Eskalation der Verhältnisse in Syrien die USA und Russland zur Zusammenarbeit, um dem Land wieder Stabilität zu verschaffen, unterstreicht der linksorientierte Kommentator. Obgleich dieser Koalition wohl nur ein kurzes Leben beschieden sein werde, würden Ungarn und andere Länder über einen weiteren geopolitischen Spielraum verfügen und sich ihre sicherheitspolitischen Verhältnisse verbessern, wenn die Großmächte aus strategischen Gründen zusammenarbeiteten, glaubt Horváth.

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