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Europas Krieg gegen den Terror

25. Nov. 2015

Konservative Autoren gehen davon aus, dass sich die großen Mächte in einen Syrienkrieg begeben werden, um statt den Terrorismus zu bekämpfen ihre eigenen geopolitischen Interessen voranzutreiben. Die europäische Sicherheit werde dadurch alles andere als erhöht, denn ein Angriff auf Syrien dürfte das Terrorproblem nur noch verstärken, sind die Analysten überzeugt.

Terroristen nahöstlicher Herkunft würden in ihren Heimatländern als Freiheitskämpfer betrachtet, kommentiert Gábor Kardos französische Luftangriffe in Syrien. In Magyar Nemzet äußert der konservative Philosoph die Befürchtung, dass ein europäisches Eingreifen in den Syrien-Konflikt nicht für mehr Sicherheit in Europa sorgen werde. Im Gegenteil, es werde radikalen Organisationen nur bei der Rekrutierung neuer Mitglieder helfen, da Chaos und Leiden im Nahen Osten eskalieren würden. Für Kardos „könnte das Massaker von Paris erst der Anfang gewesen sein“. Er beklagt, dass Europa absolut kein klares strategisches Ziel vor Augen habe, wenn der IS angegriffen werde – eine von der Türkei und Saudi Arabien, den sunnitischen Verbündeten der USA, finanzierte radikale Organisation.

In Magyar Idők macht Levente Sitkei darauf aufmerksam, dass der Krieg gegen den Terrorismus nicht in Syrien zu gewinnen sei. Der regierungsfreundliche Kommentator erinnert daran, dass es im Hinblick auf die Pariser Terrorüberfälle zwar Verbindungen zu syrischen Gruppen gegeben haben könnte, das Massaker jedoch von Einzelpersonen in Europa geplant und ausgeführt worden sei. Die Großmächte behaupteten, den Terrorismus in Syrien eindämmen zu wollen, dabei ginge es ihnen – so Sitkai – nur um die Forcierung ihrer eigenen geopolitischen Ziele sowie ihrer wirtschaftlichen und Energieinteressen.

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