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George Soros für Einwandererstrom verantwortlich gemacht

5. Nov. 2015

Ein regierungsfreundlicher Kolumnist kritisiert den ungarisch-amerikanischen Multimilliardär und Philanthropen heftig. Ministerpräsident Viktor Orbán hatte Soros jüngst als einen möglichen treibenden Faktor hinter dem aktuellen Strom von Migranten auf dem Balkan benannt. Eine liberale Wochenzeitung dagegen wirft den Anhängern der gegen Soros gerichteten Rhetorik vor, sie schürten grundlos Ängste.

In Magyar Idők schreibt Ottó Gajdics, es existiere ein unauflösbarer Antagonismus zwischen der Haltung von George Soros zum Thema Migration und dem Europabild des Ministerpräsidenten. Auf die Äußerungen Orbáns zur Rolle des Mutimilliardärs bei der Beförderung einer massiven Einwanderung nach Europa eingehend, hatte Soros geschrieben, er stehe an der Seite der Flüchtlinge und betrachte nationalen Grenzen als ein Hindernis. Laut Gajdics wolle der Regierungschef dagegen die nationale Souveränität bewahren. Beide stimmten lediglich in einem Punkt überein: Die Europäische Union habe angesichts der Herausforderung versagt. Das Problem liege darin, so Gajdics, dass sich nach Ansicht von Soros Europa für Einwanderer öffnen sollte, während Orbán einen Schutz europäischer Grenzen befürworte.

HVG online hat verschiedene Äußerungen von Fidesz-Politikern aus der vergangenen Woche zusammengestellt, in denen es um Soros’ Rolle bei der Unterstützung von in der Flüchtlingshilfe engagierten NGOs ging. Die liberale Nachrichtenseite hält diese Entwicklungen für wenig überraschend, da es sich beim „Schüren von Ängsten“ gegen ausländische Mächte um ein entscheidendes Propagandainstrument im Fidesz-Repertoire handele. HVG erinnert daran, dass Kritik an der Rolle, die der Amerikaner mit ungarischen Wurzeln in öffentlichen Angelegenheiten spiele, bereits vor Jahren geäußert worden sei. Damals sei ihm vorgeworfen worden, er unterstütze den ehemaligen linksliberalen Ministerpräsidenten Ferenc Gyurcsány.

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