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Die Linke muss eine Alternative bieten

2. May. 2016

Ein Analyst des linken Spektrums ruft die Oppositionsanhänger dazu auf, eine in sich schlüssige Alternative zur gegenwärtigen Regierung auszuarbeiten. Dabei sollten sie mit einer Definition ihrer eigenen Identität beginnen.

Der Politikwissenschaftler Zoltán Lakner vertritt in 168 Óra die Meinung, dass die Fidesz-Herrschaft ihren Zenit überschritten habe, da sie sich nicht mehr legitimieren könne, indem sie mit dem Finger auf die Verfehlungen der Vorgängerregierungen zeige. Stattdessen versuche man die eigene Leistung und den gegenwärtigen Zustand der Gesellschaft als Errungenschaft zu verkaufen. Lakner hält dies für ein riskantes Unterfangen, denn plötzlich müssten „Träume mit der Realität übereinstimmen“. Die Opposition könne jedoch nur dann davon profitieren, wenn sie eine konkurrierende Vision anbiete. Voraussetzung dafür sei, dass die „Kritiker des Orbán-Regimes es tatsächlich schaffen, über ihr eigenes Sein zu entscheiden“. Lakner verlangt eine Definition der Rolle der Regierung im Vergleich zu derjenigen der Märkte. Was würden sie über die Themen Gleichheit, Flüchtlinge und europäische Integration denken? Ebenfalls sollte über eine Bewegung entweder nach links oder in die Mitte nachgedacht werden. Lakner ist überzeugt, dass die gegenwärtige Regierung Kritik verdiene und sich ihren Kritikern zunehmend Angriffsflächen böten. Die Kritiker würden aber diese Angriffsflächen nicht nutzen können, „würden sie weder die Gesellschaft noch die Ära verstehen, in der wir leben“.

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