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Loblied auf den Wirtschaftsaufschwung

4. May. 2016

Für regierungsfreundliche Blätter zeitigen die Reformen in Ungarn Wirkung. Kritik ernten jene, die dies nicht sehen wollten.

Magyar Idők verurteilt „Radikale“ aus den Reihen der Demokratischen Koalition (DK) von Ferenc Gyurcsány, die am Montag Gleise besetzt, dadurch einen abfahrenden Zug blockiert und so gegen die Inbetriebnahme einer neu gebauten Schmalspurbahn protestiert hatten. (Oppositionsparteien kritisieren Viktor Orbán vehement für in jüngster Zeit getätigte Großinvestitionen in die Region seines Heimatdorfes Felcsút, in dem er nach wie vor ein Haus besitzt. Diese Investitionen bezeichnen Kritiker als überflüssig. So verbindet beispielsweise die neu eröffnete Schmalspurbahn einen umstrittenen Fußballstadion-Neubau in Felcsút (vgl. BudaPost vom 28. April 2014) mit dem nahegelegenen Arboretum – einem Touristenziel. Immerhin hat die amtierende Regierung auch andere Schmalspurbahnen des Landes finanziell massiv in der Hoffnung unterstützt, dass sie den Tourismus ankurbeln und die Entwicklung von Urlaubsregionen fördern – Anm. d. Red.) Magyar Idők-Autor Gyula Haraszti zitiert Viktor Orbán, wonach es sich nicht zuletzt um einen symbolischen Akt handeln würde, wenn anstelle der in den 1970er Jahren „von den Kommunisten“ zerstörten alten eine neue Bahnlinie gebaut worden sei. Der Autor kritisiert die Demokratische Koalition, der zufolge das in den Gleisbau geflossene Geld lieber in das Bildungs- und das Gesundheitswesen investiert worden wäre. Damit aber würde die DK offene Türen einrennen, denn Statistiken zeigten, dass ein Wiederaufbau auch in diesen Bereichen erfolge. Der Leitartikel der regierungsnahen Zeitung listet dann die Hunderte von Milliarden Forint auf, die dazu verwendet würden, das Lehrergehalt anzuheben, die Gesundheitsfürsorge und das Bildungswesen zu verbessern, Forschung und Entwicklung zu fördern sowie Familien Steuererleichterungen zu gewähren (zu den Steuererleichterungen siehe BudaPost vom 26. Oktober 2013).

Die Erholung der ungarischen Wirtschaft sei kein Hirngespinst der Regierung und werde nun auch durch Einschätzungen aus dem Ausland untermauert, unterstreicht Csaba Szajlai in Magyar Hírlap. Er zitiert einen in der vergangenen Wochen veröffentlichten und für Ungarn günstigen IWF-Bericht mit der Feststellung: „Die Entwicklung der ungarischen Wirtschaft ist sehr positiv und ihre Verwundbarkeit aufgrund schockartiger Ereignisse hat weiter abgenommen“. In seinem Kommentar führt Szajlai zudem einen aktuellen Artikel aus dem Wirtschaftsmagazin Forbes an, wonach „Ungarn die Finanzkrise in Form einer recht ungewöhnlichen Erfolgsgeschichte durchgestanden hat“. Diese Erfolgsgeschichte sei eindeutig das Ergebnis der guten Regierungspolitik, beteuert der Analyst von Magyar Hírlap.

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