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Lohnerhöhungen im Gesundheitssektor

11. Jun. 2016

Regierung, Gewerkschaften und Berufskammern haben sich auf Lohnerhöhungen im Gesundheitswesen verständigt, was sowohl von linken als auch von rechten Tageszeitungen begrüßt wird.

In Magyar Idők äußert sich Éva Haiman positiv über den Beschluss der Regierung, innerhalb von zwei Jahren 100 Milliarden Forint in Lohnerhöhungen für Ärzte und das Krankenpflegepersonal zu investieren. Damit würden Ärzte monatlich über 200.000 Forint mehr verdienen, während sich das Gehalt von Krankenschwestern und Pflegern bis 2019 im Vergleich zu 2012 nahezu verdoppeln werde, informiert die Autorin. Die Regierung habe verstanden, dass die in den vergangenen Jahren für die Sanierung von Krankenhäusern und Gesundheitszentren aufgewendeten 500 Milliarden Forint völlig umsonst ausgegeben worden wären, falls niemand in diesen Einrichtungen einer heilenden Tätigkeit nachgehen würde. Die aktuellen Bezüge im ungarischen Gesundheitswesen seien nicht nur im Vergleich zum Westen niedriger, sondern sogar mit Blick auf das durchschnittliche Lohnniveau in den benachbarten (ehemals kommunistischen) Staaten, räumt Haiman ein. Und so würden die auf der Suche nach einer besseren Bezahlung in Westeuropa auswandernden Mitarbeiter das Gesundheitswesens massiv gefährden, warnt Haiman.

Während Interessengruppen auf der Straße sowie im Internet Druck auszuüben versucht hätten, habe die Regierung mit leiser auftretenden und ergebeneren Gewerkschaften und Berufskammern eine Lohnvereinbarung abgeschlossen, notiert Anna Danó in Népszabadság. Obgleich kleinere, am Abschluss nicht beteiligte Gewerkschaften nunmehr weniger zufrieden seien, hält die Autorin die Lohnerhöhungen für in der Tat beachtlich. Und das, obgleich nicht das Volumen erreicht worden sei, das nach Angaben von RESZASZ, einer junge Ärzte vertretende Standesgruppe, notwendig gewesen wäre, um Spezialisten und leitende Ärzte im Land zu halten. Allerdings warnt Danó, dass die Lohnerhöhungen viele im Gesundheitssektor gar nicht erreichen und zudem andere akute Probleme nicht lösen würden – Probleme, deretwegen viele Mitarbeiter das Land ebenfalls fluchtartig verließen, darunter schlechte Arbeitsbedingungen, ein Mangel an Gerätschaften, fehlende Finanzmittel, Unberechenbarkeit sowie eine anachronistische Hierarchie.

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