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Vor 27 Jahren: historische Wiederbestattung von Imre Nagy

18. Jun. 2016

Ein regierungsfreundlicher Autor äußert die Hoffnung, dass Ministerpräsident Orbán stets der Bedeutung derjenigen moralischen Prinzipien gewahr sein werde, die ihn vor 27 Jahren bei seiner historischen Rede anlässlich der Wiederbestattung von Imre Nagy geleitet hätten.

Imre Nagy, Ministerpräsident während des ungarischen Volksaufstandes im Herbst 1956, war am 16. Juni 1958 zum Tode verurteilt worden. Seine erneute Bestattung im Sommer 1989 gilt als symbolischer Akt, der die politische Wende in Ungarn einläutete. Als einer der Redner wandte sich der junge Viktor Orbán an die auf dem Heldenplatz versammelten Massen und forderte den Abzug der Roten Armee aus Ungarn.

Viktor Orbán sei der einzige Redner der Veranstaltung gewesen, der sich offen gegen das kommunistische System sowie den Status Ungarns als sowjetischer Satellitenstaat gewandt habe, schreibt János Csontos in seinem Leitartikel für Magyar Idők. Das habe ihn zum Staatsmann gemacht, während es sich bei den übrigen Beteiligten des Übergangsprozesses, ausgenommen einzig der erste frei gewählte Ministerpräsident József Antall, lediglich um Politiker gehandelt habe. Gegen Ende seines Artikels stellt der Literat und Filmregisseur die Frage in den Raum, inwiefern der Viktor Orbán von heute „den Erwartungen entspricht, die der 26-Jährige bärtige Orbán dereinst genährt hatte“. Zudem fragt der Autor, ob er angesichts einer fehlenden nennenswerten Opposition der Verlockung widerstehen könne, Konzessionen auf Kosten seines früheren moralischen Radikalismus einzugehen. „Das Schicksal des Landes hängt von der Antwort auf diese Frage ab“, befindet Csontos.

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