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Liberale Stimme zum Zerfall des althergebrachten Parteiensystems

13. Aug. 2016

Nach Ansicht eines liberalen Kommentators wird die vor allem westliche Demokratien kennzeichnende Aufteilung des politischen Systems in rechte und linke Kräfte demnächst abgelöst durch den Gegensatz von global und nationalistisch ausgerichteten Strömungen.

„Das Parteiensystem im Westen befindet sich in Auflösung“, konstatiert Péter Magyari auf dem Nachrichten- und Meinungsportal 444. Der liberale Autor geht davon aus, dass die traditionelle Rechts-Links-Aufteilung, die die Politik in westlichen Demokratien lange beherrscht habe, von einer anderen Differenzierung abgelöst werden dürfte. Zur Hauptscheidungslinie werde sich die Globalisierung entwickeln, glaubt Magyari.
So bekämen es die etablierten Mitte-Links- und Mitte-Rechts-Parteien künftig mit Kräften zu tun, die die nationale Souveränität wiederherstellen und die Auswirkungen der Globalisierung begrenzen wollten. Demnach sei der Fidesz 2010 die erste „souveränistische“ Partei gewesen, die die Macht ergriffen und bis dato gültige Dogmen infrage gestellt habe, welche den Nutzen der Globalisierung als selbstverständlich hingenommen hätten.
Magyari bekennt sich klar als Anhänger der Globalisierung und stellt fest, dass die neuen globalisierungskritischen Parteien über keine konkrete Vision im Hinblick auf die politischen Strukturen einer die Globalisierung ablösenden Periode verfügen würden. Er nennt sie „populistische Nationalisten“ und Anhänger einer direkten Demokratie. Abschließend sagt Magyari voraus, dass der neue Gegensatz gemäßigte Mitte-Links- und Mitte-Rechts-Parteien in ihrer Auseinandersetzung mit den neuen Herausforderern zu einer gegenseitigen Annäherung zwingen könnte.

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