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Die Realität der Migration jenseits schriller Töne

6. Sep. 2016

Ein konservativer Kommentator hält die kontroverse Debatte zum Thema Migration für kontraproduktiv. Im Übrigen riegele die ungarische Regierung ungeachtet ihrer schroffen gegen Einwanderer gerichteten Rhetorik die Grenzen des Landes keineswegs ab.

Die in höchstem Maße polarisierte und parteipolitisch gefärbte Debatte über die EU-Umverteilungsquote für Migranten mache eine sinnvolle Diskussion zum Thema Wanderbewegungen unmöglich, hält Szabolcs Szerető in Magyar Nemzet fest. Die Linke ist nach Ansicht des konservativen Kolumnisten in die Fidesz-Falle getappt, da sie nicht verstanden habe, dass die Mehrheit traditioneller Linkswähler massive Wellen illegaler Migranten keineswegs freudiger begrüßen würde als Anhänger der Rechten. Szerető kritisiert sowohl die unverantwortliche Strategie der Linken, die die Gefahren einer unkontrollierten Migration herunterspiele, als auch die barsche Panikmache der Regierung. Ungeachtet ihrer vereinfachenden Ansagen, die nahelegten, die Regierung wünsche keinen einzigen Einwanderer, hätten in diesem Jahr 300 Flüchtlinge Asyl erhalten. Anderen wiederum sei aufgrund des Investment Visa Programms eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung gewährt worden, notiert Szerető. Zudem habe sich die Regierung auch Gedanken über die Notwendigkeit gemacht, Gastarbeiter zwecks Besetzung freier Arbeitsplätze in Industrie und anderen Bereichen ins Land zu holen. Szerető geht allerdings davon aus, dass die Migrationsdebatte wegen des Referendums am 2. Oktober noch schriller und polarisierter werde.

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