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Regierung erwägt Lohnsteuersenkungen

8. Sep. 2016

Zwei Ökonomen bezweifeln, dass die Lohnsteuersenkungspläne der Regierung für eine Ankurbelung der Wirtschaft und eine verbesserte Beschäftigungslage sorgen werden.

Die ungarische Regierung kündigte eine geplante Reduzierung von Sozialversicherungsbeiträgen für Arbeitgeber an, um die Beschäftigungslage zu verbessern und das Wachstum anzukurbeln. Die Einzelheiten der Steuerkürzungen sollen später ausgearbeitet und verkündet werden.

László Bogár von der Tageszeitung Magyar Hírlap äußert die Befürchtung, dass Lohnsteuersenkungen eher multinationalen Unternehmen als ungarischen Angestellten nützen würden. Auch wenn sie als von den Arbeitgebern entrichtete Steuern betrachtet würden, sollten Sozialversicherungsbeiträge doch eher als Löhne angesehen werden, denn sie kämen Renten und der medizinischen Versorgung der Belegschaft zugute, merkt der konservative Ökonom an. Deshalb würden Einschnitte bei den Sozialversicherungsbeiträgen den langfristigen Interessen der generell unterbezahlten ungarischen Beschäftigten schaden, behauptet Bogár und rät jenen ausländischen Firmen, die ungarische Lohnsteuern als überhöht empfänden, zum Verlassen des Landes, um ihren Geschäften andernorts nachzugehen.

Lohnsteuerkürzungen könnten im Sinne einer Ankurbelung der Beschäftigung weniger wirkungsvoll sein, als von der Regierung erhofft, betont István Madár auf Portfolio. Die Maßnahme sei angelegt, um die Arbeitslosigkeit zu reduzieren, doch sehe sich Ungarn mit einem zunehmenden Arbeitskräftemangel konfrontiert (vgl. BudaPost vom 17. August). Dieser Zustand könnte sich zusätzlich verschlimmern, sollten Arbeitgeber niedrigere Steuern zu zahlen haben. Da es unwahrscheinlich sei, dass Unternehmer ihre eingesparten Steuer in Lohnerhöhungen investierten, würden die Lohnsteuersenkungen nicht einmal die Nachfrage am Markt erhöhen, bemängelt der Wirtschaftswissenschaftler.

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