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Reaktionen auf des Ende des „Dschungels“ in Calais

26. Oct. 2016

Kommentatoren begrüßen die Räumung des sogenannten „Dschungels“ in der französischen Küstenstadt Calais nach fast zweijährigem Bestehen. Allerdings halten sie das Lager, in dem fürchterliche Zustände herrschten, lediglich für das Symptom eines größeren Problems.

In Magyar Idők macht Levente Sitkei die internationale Presse dafür verantwortlich, dass die Migranten des Lagers in Calais als unschuldige Opfer von Polizeigewalt dargestellt wurden. Sie habe leidende Minderjährige einerseits und aus maskierten Polizisten zusammengesetzte Stoßtrupps andererseits gezeigt. Keine Frage, wer aus einer derartigen Gegenüberstellung als Sieger hervorgehe. Doch Sitkei kritisiert auch die politischen Entscheidungsträger, die keinerlei Ahnung von diesen Migranten hätten und von ihnen erwarteten, dass sie den gleichen Papierkrieg bewältigten würden, an den die örtliche Bevölkerung in ihrem alltäglichen Umgang mit den Behörden gewöhnt sei. Für jene Behörden handele es sich bei diesen Menschen lediglich um Nummern. Ihnen sei es auch vollkommen gleichgültig, ob viele der Migranten bald nach ihrer Umsiedlung wieder nach Calais zurückkehren würden, beklagt Sitkei.

Áron Kuthi von der konservativen Tageszeitung Magyar Nemzet begrüßt den Auflösungsbeschluss für den „Dschungel“. Allerdings hätte man schon sein Entstehen niemals zulassen dürfen. Seine reine Existenz habe immer mehr Leute angezogen. Mittlerweile sei die Verteilung dieser vielen tausend Menschen auf ganz Frankreich zu einer risikoreichen Aktion geworden, denn obgleich die internationale Presse nichts darüber berichte, würden die Migranten in Städten und Dörfern kaum freudig begrüßt. Das Geschehen, so Kuthi, sei lediglich ein Symptom der allgemeinen Migrationskrise, denen sich französische und europäische Entscheidungsträger hilflos gegenübersehen und für die sie keine Lösung parat hätten.

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