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Weitere Nachrufe auf Népszabadság

14. Oct. 2016

Die Kolumnisten befassen sich nach wie vor mit dem Ende von Népszabadság. Das Flaggschiff der linksorientierten Tagespresse war am Samstag von seinem österreichischen Eigentümer überraschend eingestellt worden.

Péter Új, bis vergangene Woche 21 Jahre lang jeden Mittwoch für eine Kolumne verantwortlich, wettert gegen den Eigentümer, der Népszabadság nunmehr ein Ende bereitet hat. Auf 444 weist Új kurzerhand die gegebene Erklärung zurück, wonach das Blatt aufgrund finanzieller Verluste habe geschlossen werden müssen. Der Autor unterstellt den regierenden Kräften den Versuch, immer mehr Teile der Presse „an die Leine“ legen zu wollen, und befürchtet, dass sie damit letztendlich Erfolg haben würden.

Auf Mozgástér bedauert Tamás Lánczi die Journalisten, die ihre Jobs verloren haben, erinnert aber daran, dass Népszabadság niemals irgendein Zeichen der Solidarität ausgesendet habe, wann immer ein Medium des rechten Spektrums in Schwierigkeiten gewesen sei. Népszabadság habe ihre Leser verloren – ihre Zahl sei in den vergangenen beiden Jahrzehnten von einer Million auf 50.000 gefallen, schreibt der Autor. Erwarten die Protestierenden von der Regierungen etwa eine Subventionierung der Zeitung? Wolle das linke Spektrum, dass ihre Tageszeitung unter regierungsamtlicher Betreuung stehe?, fragt Lánczi.

Auf Krónika, einer siebenbürgischen Nachrichtenseite, erkennt Levente Balogh die professionellen Fähigkeiten der Népszabadság-Belegschaft an, bedauert aber, dass sich die Zeitung in jüngster Zeit auf „Hass gegenüber der Rechten“ beschränkt habe. Die nach der Schließung der Zeitung demonstrierenden Menschen hätten einige tausend Forint pro Monat investieren und die Zeitung abonnieren sollen. „Wir Journalisten brauchen Abonnenten mehr als Demonstranten“, meint Balogh abschließend.

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