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Ängste vor russischer Wirtschaftsexpansion unbegründet

1. Nov. 2016

Ein Ökonom weist Behauptungen einer US-amerikanischen Denkfabrik zurück, wonach Russland erfolgreich versuche, seinen wirtschaftlichen und politischen Einfluss auf Mittel- und Osteuropa zurückzugewinnen.

Ängste vor angeblichen Bemühungen Russlands, seinen wirtschaftlichen Einfluss auf Ungarn auszuweiten, seien weit übertrieben, kommentiert Tamás Torba in Magyar Nemzet eine Anfang Oktober veröffentlichte Studie des Center for Strategic International Studies (CSIS) mit dem Titel „The Kremlin Playbook“. (In seiner Untersuchung „Das Kreml-Manuskript“ kommt das Zentrum für strategische und internationale Studien zu dem Schluss, dass die russische Regierung ihren wirtschaftlichen und politischen Einfluss auf Mittel- und Osteuropa ausdehnen möchte – Anm. d. Red.)
Torba hebt hervor, dass Russlands „ökonomischer Fußabdruck“ – gemessen am Verhältnis zum ungarischen BIP – 2005 bei 8,6 Prozent gelegen habe, dann auf 13,3 Prozent im Jahr 2008 gestiegen und schließlich auf 9,3 Prozent 2014 wieder gesungen sei. Mit anderen Worten, die wirtschaftliche Präsenz Russlands in Ungarn sei unter den früheren sozialistisch-liberalen Regierungen stärker ausgeprägt gewesen als gegenwärtig. Der Ökonom räumt ein, dass dieser Prozentsatz wieder wachsen könne, sofern der Bau des AKW Paks einmal vollendet sei. Doch erinnert Torba auch daran, dass die Mineralölgesellschaft MOL mit aktiver Unterstützung der Budapester Regierung die Übernahme von MOL-Anteilen durch den Gas- und Ölförderkonzern Surgutneftegas angefochten und in der Folge die Regierung die 21 Prozent MOL-Aktien von Surgutneftegas erworben habe.
Russland sei wirtschaftlich viel zu schwach, um Pläne für eine Erweiterung seines regionalen Einflusses mit Hilfe umfassender ökonomischer Maßnahmen weiterzuverfolgen. Abschließend äußert Torba die Befürchtung, dass die neue US-Regierung den Bericht als Tatsache betrachten könnte und ihre außenpolitische Strategie für Mittel- und Osteuropa entsprechend danach ausrichten werde.

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