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Ungarn auf einen Investmentgrade hochgestuft

8. Nov. 2016

Ein konservativer Analyst bezeichnet die Höherstufung ungarischer Staatstitel als verspätet, aber willkommen, denn sie werde für die nationale Wirtschaft ein positives Signal senden.

Csaba Szajlai von der Tageszeitung Magyar Hírlap bezeichnet die aufeinanderfolgenden Upgrade-Entscheidungen der drei großen Ratingagenturen zurück auf einen Investmentgrade (zuletzt am Freitag durch Moody’s) als „einen Triumph der Fiskal- und Geldpolitik (des ungarischen Kabinetts)“. Ursprünglich war Szajlai ein Kritiker der von der Regierung nach 2010 betriebenen „unorthodoxen“ Wirtschaftspolitik. Er erinnert daran, dass Ungarn vor fünf Jahren auf „Ramsch-Niveau“ herabgestuft worden sei, obgleich sich das Land bereits seit 2004 in massiven Schwierigkeiten befunden habe. Das hätten die Märkte seinerzeit zur Kenntnis genommen und der Fiskus habe exorbitante Zinsen auf Staatsanleihen zahlen müssen. Selbst 2009, als Ungarn vom IWF habe gerettet werden müssen, entzogen die Ratingagenturen Ungarn noch immer nicht seinen Investmentgrade-Status. Das hätten sie vielmehr genau zu dem Zeitpunkt getan, als die Erholung bereits eingesetzt hatte.
Szajlai führt das nicht auf Feindseligkeiten gegenüber der neuen konservativen Regierung zurück. Vielmehr hält er es für eine gewisse Gepflogenheit, dass Ratingagenturen spät reagieren. Das gelte auch für positive Entscheidungen, denn Ungarn hätte bereits vor langer Zeit ein Upgrade verdient gehabt, da die Schuldenquote Jahr für Jahr stetig gesunken sei, das diesjährige Defizit unter zwei Prozent liegen dürfte und das Wirtschaftswachstum in den zurückliegenden vier Jahren über dem europäischen Durchschnitt gelegen habe. Aber was soll’s!, konstatiert Szajlai, jetzt sei Ungarn zurück auf Investmentgrad-Niveau und könnte neue institutionelle Investoren anlocken (vor allem ausländische Rentenfonds, die keinen „Ramsch“ erwerben dürfen – Anm. d. Red.).

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