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TI veröffentlicht Korruptionsindex

28. Jan. 2017

Ein unabhängiger konservativer Kolumnist vertraut den Ergebnissen des Korruptionsindexes von Transparency International (TI) und wirft der Regierung eine Institutionalisierung der Korruption vor. Ein der Regierung nahestehender Kommentator wiederum wirft seinerseits TI vor, eher Investoreninteressen zu dienen als eine gerechte Beurteilung abzugeben.

Laut dem am Mittwoch veröffentlichten jährlichen Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International belegt Ungarn nunmehr Rang 57 – was eine Verschlechterung gegenüber dem Vorjahr um neun Plätze bedeutet. Unter den EU-Ländern rangiert Ungarn nur noch vor Bulgarien, Italien und Griechenland. Der Bericht, der von sich selbst behauptet, „das umfassendste Korruptionsranking“ zu sein, sammelt und standardisiert Berichte von 13 internationalen Organisationen, welche die subjektive Korruptionswahrnehmung messen. Die tatsächlich vorhandene Korruption wird nicht erfasst. Ein Großteil der Originaldaten sind nicht repräsentativ und basieren auf den Berichten einiger Experten sowie auf Befragungen.

Tamás Wiedemann wirft der Regierung in Magyar Nemzet vor, Korruption zu institutionalisieren und zu legalisieren. Wiedemann vertraut dem TI-Bericht unbesehen und sieht in ihm den Beweis für die zunehmende Korruption der Regierenden. 2010 hätten die Wähler gehofft, dass das Orbán-Kabinett der Korruption ein Ende bereiten werde. Stattdessen jedoch habe die Regierung den Staat gekapert und schanze öffentliche Gelder ihr freundlich gesinnten Oligarchen zu, behauptet der unabhängige konservative Kolumnist.

In Magyar Idők zeigt sich Ottó Gajdics von der Transparency International-Kritik an Ungarn keineswegs überrascht. TI werde von George Soros unterstützt und entsprechend reflektiere der Bericht mehr die Interessen des Finanzmagnaten als den Zustand der Demokratie. Gajdics wirft Transparency International vor, an den Daten herumzufummeln, damit solche Länder, in denen sich ausländische Investoren in politische und wirtschaftliche Entscheidungsprozesse einmischen könnten, bessere Wertungen erhielten, während die um ihre Souveränität ringenden Staaten als undemokratische „populistische Autokratien“ gebrandmarkt würden.

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