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Sozialistischer Spitzenkandidat schließt Zusammenarbeit mit Gyurcsány aus

23. Feb. 2017

Verschiedene Kommentatoren fragen sich und ihre Leser, ob ein linkes Wahlbündnis überhaupt noch möglich sei, nachdem der sozialistische Kandidat für das Amt des Regierungschefs seinen wichtigsten potenziellen Verbündeten zum Rückzug aus der Politik aufgefordert hat.

Am Samstag hat der MSZP-Spitzenkandidat László Botka sowohl Ministerpräsident Viktor Orbán als auch den ehemaligen Regierungschef Ferenc Gyurcsány aufgefordert, die politische Bühne zu verlassen. Beiden warf Botka vor, die Wählerinnen und Wähler betrogen zu haben und die Öffentlichkeit zu polarisieren. Zugleich schloss der Szegediner Bürgermeister eine Kooperation seiner Partei mit Jobbik aus.

Péter Németh macht sich so seine Gedanken, ob Botkas ausdrücklicher Ausschluss des einstigen Ministerpräsidenten Gyurcsány von der linken Koalition wohl richtig sei. Der Chefredakteur der linken Tageszeitung Népszava begrüßt die in der Rede Botkas umrissene sozialdemokratische Vision, bleibt jedoch skeptisch, ob die Linke Orbán ohne Gyurcsány herausfordern könne.

Vom Rückzug entweder Gyurcsánys oder Botkas einmal ganz abgesehen, bestünden für ein Linksbündnis bei den Parlamentswahlen 2018 sowieso nur geringe Erfolgsaussichten, analysiert Szabolcs Dull auf Index. Nachdem Botka nun eine Kooperation mit Gyurcsány ausdrücklich ausgeschlossen habe, müsse der MSZP-Spitzenkandidat die Unterstützung linker Wählerschichten für sich zu gewinnen versuchen, falls er Ministerpräsident Orbán tatsächlich mit Aussicht auf Erfolg herausfordern wolle. Gelinge ihm das nicht und die Linksparteien würden getrennt ins Rennen gehen, hätten sie keinerlei Siegeschancen, sagt Dull voraus.

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