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BIP könnte um bis zu vier Prozent zulegen

13. Mar. 2017

Für die kommenden zwei Jahre prognostizieren Experten ein stabiles Wirtschaftswachstum in Ungarn. Vor diesem Hintergrund stimmen je ein konservativer und ein linksorientierter Ökonom darin überein, dass zur Aufrechterhaltung eines schnellen Wachstumstempos Ungarn seine Wettbewerbsfähigkeit durch Investitionen in die Bildung verbessern müsse.

„Die nächste große Aufgabe für die ungarische Regierung besteht in einer Steigerung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit“, schreibt Csaba Szajlai in Magyar Hírlap. Der konservative Ökonom bringt in Erinnerung, dass sich sowohl Ministerpräsident Orbán als auch Analysten der Nationalbank für Reformen eingesetzt hätten, um durch eine Bürokratie-Verschlankung sowie Steuersenkungen die Wettbewerbsfähigkeit des Landes zu verbessern. Szajlai betont, dass ein wie von der ungarischen Regierung vorhergesagtes schnelles Wirtschaftswachstum einzig mit Hilfe massiver Investitionen in die Bildung und durch eine Zusammenarbeit mit führenden Wirtschaftskapitänen samt den Gewerkschaften zu erreichen sei.

Im Wochenmagazin Heti Válasz setzt sich Zoltán Pogácsa für ein stärkeres Eingreifen des Staates in die Wirtschaft ein – und zwar mit Hilfe öffentlicher Investitionsprojekte. Der linksorientierte Ökonom verweist darauf, dass groß angelegte staatliche Investitionen in zahlreichen Schwellenländern, darunter China, Südkorea und Singapur, zu verbesserter Wettbewerbsfähigkeit und Produktivität beigetragen hätten. Die Fidesz-Kritik am neoliberalen Wirtschaftsdogma sei berechtigt gewesen, doch habe die Partei es versäumt, ihren eigenen Versprechungen gerecht zu werden und dieselben – von ihr gewöhnlich heftig kritisierten – neoliberalen Ideen zu überwinden.
Anstatt den Versuch zu unternehmen, die ungarische Wirtschaft durch Billiglöhne und niedrige Steuern wettbewerbsfähiger zu gestalten, sollte die Regierung Orbán nach Ansicht Pogácsas mehr in das Humankapital investieren. So sollten einerseits mehr Gelder in die Bereiche Gesundheit und Bildung fließen, sowie andererseits internationale Multis stärker steuerlich belastet werden, um auf diese Weise klein- und mittelständischen ungarischen Firmen unter die Arme zu greifen, empfiehlt Pogácsa.

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