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Polizei wird Gewalt gegen Migranten angelastet

14. Mar. 2017

Eine konservative Autorin, die gewöhnlich die ungarische Abschottungspolitik gegenüber illegalen Migranten gutheißt, hält dessen ungeachtet die unmenschliche Behandlung von Rechtsverletzern für absolut nicht hinnehmbar.

In der Diskussion über die Frage, ob die ungarische Polizei illegale Grenzverletzer tatsächlich systematisch misshandle, ergreift Katalin Lukácsi keine Partei. Allerdings wendet sie sich auf Mandiner dagegen, dass „die Ehre von wehrlosen Menschen verletzt wird“. Neben jüngst Ärzte ohne Grenzen hätten fünf weitere NGOs, darunter zwei katholische Hilfswerke, von entsprechenden Fällen berichtet. Lukácsi räumt ein, dass die Anwendung von Gewalt beim Schutz der Grenzen eines Staates durchaus legitim sein könne. Überzogene Gewalt hält die Autorin dagegen für unzulässig. Gewiss habe die Sorge angesichts einer möglichen Islamisierung Europas ihre Berechtigung, jedoch könne das Christentum nicht mit unchristlichen Methoden geschützt werden, betont Lukácsi abschließend.

Von den vielen zehntausend Kontakten zwischen Polizei und illegalen Migranten seien in Ungarn einige Dutzend Fälle von Polizeigewalt bekannt geworden, relativiert Tamás Lőrincz in Magyar Nemzet das Problem. Laut von der Staatsanwaltschaft dem Autor übermittelten Zahlen wurden den Behörden in den letzten 18 Monaten 44 solcher Vorfälle gemeldet, 14 davon von höheren Polizeiorganen bzw. -dienststellen. Die meisten Fälle seien wegen Mangels an Beweisen nicht weiter verfolgt sowie zwei Polizeibeamte zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Vier weitere Klagen würden derzeit noch untersucht.

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