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Warum die Linke nicht gewinnen kann

29. Mar. 2017

Nach Einschätzung eines der Regierung nahestehenden Philosophen hat die Linke viel von ihrem Schwung eingebüßt. Dies sei darauf zurückzuführen, dass sie ihren ursprünglich kollektivistisch geprägten Auftrag mittlerweile gegen Individualismus eingetauscht habe. Die Rechte wiederum biete ihrer Wählerschaft das Konzept einer nationalen Einheit an, wodurch sich Emotionen und Vernunft vereinigen ließen.

Versuche der Linken, ihre hoffnungslosen Aussichten auf einen Wahlsieg zu erklären, seien vergeblich, befindet der politische Philosoph András Láczi auf Válasz. Analysten würden nämlich die zentrale Frage umgehen: Warum gelinge es der Linken nicht, eine Gemeinschaft um sich herum zu bilden? Lánczi, Vorsitzender der regierungsnahen Denkfabrik Századvég sowie Rektor der Corvinus-Universität, verweist darauf, dass die klassische Linke ursprünglich kollektivistisch orientiert gewesen sei. Die heutigen Linken würden jedoch verschiedenen Trends individualistischer Lebensauffassungen folgen. Solange sie weiter individuelle Interessen über die Interessen der Gemeinschaft stellten, würden Linke am Aufbau einer Gemeinschaft scheitern, ist Lánci überzeugt. Zwar könnten sie rein zufällig einmal die eine oder andere Wahl gewinnen, doch langfristig müsse der Wahlsieger politischen Zusammenhalt durch eine Verknüpfung von Glaube und Vernunft auszustrahlen in der Lage sein. Dies gelinge den regierenden Kräften in Ungarn, indem sie eine Gemeinschaft um das Konzept der nationalen Einheit herum bildeten. Genau dieses Konzept, so Lánci, habe im 19. Jahrhundert als befreiende Kraft gewirkt und veranlasse die Ungarn nach wie vor dazu, sich als Teil einer größeren Gemeinschaft zu empfinden.

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