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Gedanken zur europäischen Linken

6. May. 2017

Ein konservativer Kolumnist sowie ein liberaler Analyst sehen die Politik der linken Mitte in Europa sowohl von der erstarkenden radikalen Rechten als auch von den Liberalen herausgefordert. Dieser Zweifrontenkrieg mache es gemäßigten sozialistischen Parteien zunehmend schwierig, ihre jeweilige Basis bei der Stange zu halten.

Die traditionellen Mitte-Links-Parteien in Europa steckten in der Krise, befindet Zoltán Ruzsbaczky in Magyar Nemzet. Er erinnert daran, dass die Sozialdemokraten in den meisten europäischen Ländern seit den frühen 2000er-Jahren signifikant schwächer geworden seien. Damals habe die reformierte gemäßigte Linke europaweit dominiert. Unter Verweis auf Csaba Tóth vom liberalen Republikon Institut vermutet Ruzsbaczky die Hauptursache für den Niedergang der Mitte-Links-Parteien in der Unfähigkeit, ihre traditionelle sowohl Arbeiter als auch die städtische Mittelklasse repräsentierende Basis beisammen zu halten. Arbeiter sowie ärmere Wählerschichten vom Land würden von neu entstehenden rechtsradikalen Parteien umworben, die eine Bändigung der Globalisierung sowie ein Ende der Migrationsströme in Aussicht stellten, während sich die städtische Mittelklasse liberalen und grünen Parteien zuwende, erklärt Tóth.
Ruzsbaczky geht davon aus, dass sich ähnliche Vorgänge auch in Ungarn abspielen würden. Die MSZP werde einerseits von Jobbik herausgefordert, die auf die ärmere ländliche Bevölkerung abziele, sowie andererseits von der marktorientierten Demokratischen Koalition und anderen liberalen Parteien, die versuchten, progressive Wähler der Mittelschicht anzusprechen. In diesem Zusammenhang falle es den Sozialisten zunehmend schwerer, beide Kernwählerschaften anzusprechen, meint Ruzsbaczky abschließend.

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