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Präsident Trumps Warschauer Botschaft

10. Jul. 2017

Ein linksorientierter Kommentator sieht in der Warschauer Rede Donald Trumps den Vorboten von noch stärker isolationistisch ausgerichteten USA. Eine konservative Kolumnistin dagegen pflichtet der Einschätzung des US-amerikanischen Gastes bei, der zufolge Europa seine Grenzen zur Verteidigung seiner Kernwerte abriegeln müsse.

Donald Trump habe eine neue Weltordnung verkündet, kommentiert Tamas Rónay die in der polnischen Hauptstadt gehaltene Rede des führenden Repräsentanten der USA. Der Analyst der linken Tageszeitung Népszava stellt die Rede Trumps der im Jahr 2014 von Barack Obama gehaltenen gegenüber und konstatiert, Trump wünsche sich isolationistischere Vereinigte Staaten von Amerika, die in der weltweiten Verbreitung der Demokratie nicht mehr ihr erstrangiges geopolitisches Ziel sähen. Stattdessen seien die USA zur Zusammenarbeit mit illiberalen und undemokratischen Regierungen bereit, die nichts von grundlegenden Menschenrechten hielten. Rónay räumt ein, dass die Zahl illiberaler Regimes zugenommen habe und die Demokratie weltweit auf dem Rückzug sei. Dennoch zeigt sich der Autor zuversichtlich, dass der Sieg des Illiberalismus nur von kurzer Dauer sein werde.

Mariann Őry von Magyar Hírlap dagegen stimmt mit Präsident Trump überein, dass die Nationalstaaten des Westens ihre Grenzen zur Verteidigung ihrer zivilisatorischen Werte schützen müssten. Die strengen von Präsident Trump verfochtenen Einwanderungsbestimmungen entsprächen den Erwartungen von über zwei Dritteln der europäischen Bürger, erinnert die regierungsnahe Kommentatorin. „Die überwältigende Mehrheit der Europäer vertritt die Ansicht, dass Einwanderung zu einem Anstieg der Kriminalität und des Terrorismus führe und gleichzeitig traditionelle Identitäten in Gefahr bringe“, glaubt Őry und äußert abschließend die Hoffnung, dass die Botschaft Trumps westeuropäische Spitzenpolitiker wachrütteln werde und diese dann dem Beispiel osteuropäischer Staaten – darunter Ungarn – folgen würden, indem sie den Zustrom illegaler Migranten unterbänden – Migranten, die „von Soros finanzierte NGOs gerade in Europa abliefern“.

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