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Nationalbank erlässt neue Euro-Kriterien

14. Sep. 2017

Die ungarische Nationalbank vertritt die Ansicht, dass sich Ungarn in seiner allgemeinen Entwicklung zunächst dem europäischen Durchschnitt annähern sollte, bevor das Land der Eurozone beitritt. Vor diesem Hintergrund hält ein Wirtschaftsanalyst die von der Notenbank Ungarns umrissenen Kriterien für zu streng.

In einer vergangene Woche veröffentlichten Stellungnahme hat sich die Magyar Nemzeti Bank (MNB) gegen einen Beitritt Ungarns zur Eurozone ausgesprochen, solange das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf der Bevölkerung noch unter 90 Prozent des europäischen Durchschnitts liegt. Zudem sollte die öffentliche Verschuldung auf einen Wert unter 50 Prozent des BIP gedrückt werden. Weitere drei vor Einführung des Euro in Ungarn zu erfüllende Kriterien der MNB beziehen sich auf die finanzielle Wettbewerbsfähigkeit des Landes.

In seiner Analyse dieser fünf Voraussetzungen begrüßt István Madár auf Portfolio die MNB-Stellungnahme als eine längst überfällige Möglichkeit für eine öffentliche Diskussion der Frage, unter welchen Umständen und wann Ungarn der Eurozone beitreten sollte. Dessen ungeachtet äußert der Experte die Befürchtung, dass die genannten Bedingungen in absehbarer Zukunft niemals zu erfüllen seien. Ganz allgemein sieht Madár die Einführung der europäischen Gemeinschaftswährung eher als ein Instrument und weniger als das Resultat der Annäherung. Würde der Euro in Ländern mit einen Pro-Kopf-BIP von unter 90 Prozent des Unionsdurchschnitts als Hemmnis wirken, hätten zehn von 19 Ländern niemals der Währungszone beitreten sollen. Mehr noch, so betont Madár, in keinem dieser Länder habe die Mitgliedschaft eine Verbesserung ihrer jeweiligen Leistungsstärke verhindert.

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