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Zweifel an Ungarns Wachstumsmodell

31. Oct. 2017

Ein konservativer Kommentator vertritt die Auffassung, dass die ungarische Wirtschaft nicht dauerhaft auf Wachstumskurs bleiben werde, denn einheimische Firmen seien nicht in der Lage, mit Hilfe deutlicher Lohnsteigerungen die Abwanderung zu stoppen und so den Arbeitskräftemangel zu lindern.

Die ungarische Wirtschaft sehe sich mit einer ernsthaften Strukturkrise konfrontiert, analysiert Tamás Torba in Magyar Nemzet. Das ungarische auf einer niedrigen Bezahlung beruhende Wachstumsmodell sei nicht zukunftsfähig, da ungarische Arbeitskräfte das Land in Richtung Westeuropa mit seinen deutlich höheren Löhnen verlassen würden. Nach Jahrzehnten hoher Erwerbslosigkeit werde der Arbeitskräftemangel immer mehr zum wichtigsten Hemmschuh für ein BIP-Wachstum, erklärt der konservative Kolumnist. Um die Abwanderung zu stoppen, müssten Arbeitgeber höhere Löhne zahlen – die sie sich jedoch nicht leisten könnten, wenn sie profitabel bleiben wollten. Die Regierung könnte den Arbeitskräftemangel im Privatsektor lindern, indem sie Hunderttausende Staatsbedienstete entließe. Ein solches Vorgehen sei aber höchst unwahrscheinlich, da es der Popularität der Regierungsparteien schaden würde, notiert Torba.

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