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Der Westen – Verantwortlich für die Ukraine-Krise

7. Dec. 2017

Ein konservativer Kommentator greift die Vereinigten Staaten sowie Europa heftig für ihr Unvermögen an, in Sachen Ukraine Entscheidungen zu treffen. Dies sei der Grund für die politische Instabilität und die sich daraus ergebenden nationalistischen Tendenzen im nordöstlichen Nachbarland Ungarns.

Bálint Ablonczy wirft den führenden westlichen Mächten in deren Beziehungen zur Ukraine Inkompetenz und Inkonsequenz vor. Sollten sie wirklich einen Anschluss der Ukraine an die westliche Welt wollen, so Ablonczy auf Válasz, hätten sie aktive Schritte unternehmen müssen, um das Land vor russischen Eingriffen zu schützen. Mindestens ein Jahrzehnt lang hätten jährlich Milliarden von Dollar investiert werden müssen, um den „wirklichen postkommunistischen Mafia-Staat“ zu sanieren. (Diese Aussage spielt auf eine Bemerkung des früheren liberalen Ministers Bálint Magyar an, der mit ähnlichen Worten die Struktur der gegenwärtigen ungarischen Regierung beschrieben hatte. In diesem Sinne äußerte sich jüngst auch George Soros, als er die ihm gewidmete Nationale Konsultation kommentierte. Ablonczy hält diese Einschätzungen allerdings für verfehlt – Anm. d. Red.) In Ermangelung einer echten und konsequenten Unterstützung würden Durchschnittsukrainer höhere Gaspreise und gekürzte öffentliche Ausgaben als die einzigen Früchte der Öffnung gen Westen ernten, erklärt Ablonczy. Wiederkehrende wütende Demonstrationen in Kiew seien deshalb kein Wunder. Die Regierung von Präsident Poroschenko reagiere mit dem Aufpeitschen nationaler Leidenschaften. Deshalb seien Maßnahmen wie das Bildungsgesetz angenommen worden, das den Unterricht in Minderheitensprachen, darunter Ungarisch, erheblich beschneide. Ablonczy sieht Nationalismus auch als ein wirksames Mittel, um von der korrupten Natur des ukrainischen Regimes abzulenken.

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