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Gedanken zum Bevölkerungsrückgang in Ungarn

11. Jun. 2018

Ein Gesundheitsexperte, der unter der Ägide sowohl links- wie auch rechtsorientierter Regierungen gedient hat, hält den Bevölkerungsschwund in Ungarn für nicht zu stoppen – es sei denn, die Einwanderung werde erleichtert.

In einem Beitrag für das Wochenmagazin 168 Óra stimmt Gyula Kincses der Regierung in ihrer Einschätzung zu, wonach der Bevölkerungsrückgang eine große Herausforderung darstelle. Allerdings befürchtet er, dass der Aktionsplan der Regierung die Entvölkerung Ungarns kaum werde stoppen können. Der Gesundheitsexperte, der im Dienste ehemaliger rechter und linker Regierungen gestanden hatte, erinnert daran, dass die ungarische Bevölkerung bereits seit 1981 schrumpfe. So seien die Gründe für den Bevölkerungsschwund eher struktureller als politischer Natur. Weiter kritisiert Kincses den Plan der Regierung, Familien der Mittelschicht unter die Arme zu greifen.
Nach Ansicht des Experten ist der demographische Plan der Regierung „ethnisch gefärbt“, da er die Geburt von Kindern in Nicht-Roma-, Mittelstands- und christlichen Familien fördern wolle. Der Rückgang der Geburtenraten in den entwickelten Ländern könne nicht umgekehrt werden, da reichere Familien tendenziell weniger Kinder bekämen, ganz unabhängig davon, ob sie religiös seien oder nicht. Die einzige Möglichkeit für Ungarn, den Bevölkerungsrückgang zu stoppen, bestehe in einer vernünftigen Einwanderungspolitik, schließt Kincses.

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