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Jobbiks Höhenflug Resultat „afrikanischer“ Sitten

28. Mar. 2014

Népszabadság glaubt, dass sich in Hinblick auf die niedrigen moralischen Standards der führenden politischen Parteien enttäuschte Wähler gut und gerne einen Sieg der rechtsextremen Partei wünschen könnten.

In ihrer Titelgeschichte deckt Népszabadság auf, dass jener Mann, der dem früheren MSZP-Vize Gábor Simon einen afrikanischen Pass verschafft hatte, 2006 an jener Tagung sozialistischer Parlamentarier teilnahm, auf der der damalige Ministerpräsident Ferenc Gyurcsány seine berühmt-berüchtigte „Lügenrede“ hielt. (Gábor Simon befindet sich derzeit in Haft, da er unter einem Pseudonym Geheimkonten in Österreich sowie in Ungarn unterhielt. Das ungarische Konto wurde mit einem Pass aus Guinea-Bissau eröffnet, den er von Tamás Welsz erhalten hatte, einem Unternehmer, der wegen des Verdachts auf in Panama begangene Veruntreuung auf der Fahndungsliste von Interpol stand. In dem Versuch, seine Auslieferung zu vermeiden, stellte Welsz anscheinend Informationen über Simon bereit und gab jede Menge Dokumente an die Polizei weiter. Später sollte er zur Polizei gebracht werden, um seine Aussage aufnehmen zu lassen. Im Streifenwagen jedoch kollabierte er und konnte in der nächstgelegenen Notaufnahme nicht mehr wiederbelebt werden – Anm. d. Red.) Népszabadságs Kriminalreporter Attila Gyula Fekete fand nunmehr heraus, dass Welsz 2006 vom Geheimdienst verhört worden sei, als er als „Toningenieur“ in dem Technikteam diente, das die Rede von Gyurcsány in Őszöd aufgezeichnet hatte. In der Rede hatte Gyurcsány zugegeben, das Land 18 Monate lang schlecht regiert zu haben, um die Wahlen zu gewinnen (vgl. BudaPost vom 24. Februar). (Am Donnerstag informierten anonyme Quellen HVG online darüber, dass Welsz 2006 tatsächlich von den Behörden befragt worden war. Allerdings handelte es sich dabei um einen Irrtum, da der Toningenieur des Treffens in Őszöd einen ähnlichen Namen wie Welsz besaß – Anm. d. Red.)

Im sich thematisch anschließenden Leitartikel meint Népszabadság: „Das wäre sogar für einen Spionage-Film zu viel.“ Die Simon-Geschichte sinke die ganze Zeit tiefer und tiefer „und als Ergebnis wirken die Figuren der Fernsehshow Big Brother im Vergleich zu ungarischen Politikern als Giganten der Integrität“. Hinter den Kulissen der ungarischen Politik macht sich nach Ansicht der Zeitung „eine von Abenteurern und widerlichen Individuen verbreitete Krankheit breit“ – verbreitet also von Leuten, die, je nach Bedarf, Őszöd-Reden oder afrikanische Pässe verkaufen würden. Heutzutage, schreibt das Blatt, „bedeutet Erfolg die Möglichkeit, Verkommenheit an die Öffentlichkeit zu verkaufen, während man genüsslich zusieht, wie Opponenten in relativ kleine Skandale stolpern. So ist es kein Wunder, wenn verbitterte Wähler auf einen Jobbik-Sieg hoffen“, beklagt Népszabadság. (Die letzten Umfragen sehen Jobbik bei einem Wert von 20 Prozent. Fidesz hat seine führende Position bei rund 50 Prozent weiter gefestigt, während die Linksallianz einige Prozentpunkte verloren hat, aber noch immer vor Jobbik rangiert – Anm. d. Red.)

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