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Rechtsextremer Irredentismus schadet der Székler-Autonomie

22. Mar. 2014

Ein konservativer Kolumnist verweist darauf, dass rechtsextremistische Vertreter des Irredentismus (also der Ideologie, wonach alle Teile eines Volkes möglichst innerhalb eines einheitlichen Staates leben sollten) Autonomiebestrebungen in Siebenbürgen untergraben würden. Die ungarischen Anhänger dieser Ideologie setzen sich für eine Restauration Großungarns ein.

Die rumänischen Behörden haben vier ungarischen Staatsbürgern, darunter zwei Abgeordnete der rechtsextremen Partei Jobbik, die Einreise verweigert. Bei den beiden anderen Personen handelte es sich je um ein Mitglied der paramilitärischen Betyársereg sowie der Neuen Ungarischen Garde. Nach Angaben der Behörden Rumäniens stellten die vier radikalen Nationalisten eine Gefahr für Recht und Ordnung des Landes dar. Die betreffenden Ungarn hatten sich am 10. März an Demonstrationen anlässlich des Tages der Székler-Autonomie beteiligt, bei denen es Berichten zufolge zu kleineren Rangeleien zwischen Demonstranten und der örtlichen Polizei gekommen war. Einige Protestierer hatten lautstark eine Autonomie, andere die Revision des 1920 geschlossenen Friedensvertrages von Trianon gefordert, dem gemäß Siebenbürgen unter rumänische Verwaltung geriet.

Die dümmlichen Nationalisten, die eine Revision des Friedensvertrags von Trianon verlangten und die Gebiete Siebenbürgens zurückforderten, schadeten dem Anliegen der Székler-Autonomie, beklagt Lehel Kristály in Magyar Hírlap. Die Anwesenheit rechtsradikaler Störenfriede bei Demonstrationen für die Autonomie der Székler-Region würden lediglich rumänischen Nationalisten in die Hände spielen, die sich gegen einen entsprechenden Status für das mehrheitlich von ethnischen Ungarn bewohnte Széklerland aussprächen, merkt der konservative Kolumnist an. Deren irredentistische Parolen verprellten selbst gemäßigte Rumänen, glaubt Kristály. Diejenigen Hardcore-Nationalisten, die sich für einen Gebietsrevisionismus stark machten, verstünden offenbar nicht, dass ein Wiederanschluss Siebenbürgens auch bedeutete, dass die rumänische Bevölkerungsmehrheit zu einem Teil Ungarns werden würde. Daraus schlussfolgernd empfiehlt Kristály, dass die Ungarn endgültig damit aufhörten, Träumen von einer Wiedererrichtung des historischen Großungarns Vorschub zu leisten. Stattdessen sollten sie ungarische Kommunen in benachbarten Ländern in ihrem Streben nach Minderheitenrechten und Autonomie unterstützen, so Kristály abschließend.

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