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Was die Linke aus den Wahlen lernen sollte

10. Apr. 2014

Ein linksorientierter Kolumnist glaubt, dass sich die Linke eher auf den Alltag von in Armut lebenden Ungarn und weniger um linke Eliten konzentrieren sollte, deren Belange sich deutlich von denen unterschieden, die unter dem Existenzminimum leben müssten. Kommentatoren der politischen Mitte und des konservativen Lagers verweisen darauf, dass es der Linken sehr schwer fallen dürfte, ihren Fokus zu verändern und ihr Image aufzupolieren.

Die Linke könne erst wieder erstarken, wenn sie sich an in Armut lebende Menschen wende, ist Ákos Tóth überzeugt. In Népszabadság äußert der linksorientierte Kommentator die Ansicht, dass die Linke bei den Wahlen zum Europaparlament im Mai sowie den Kommunalwahlen im Herbst ohne eine massive Umgestaltung weitere Niederlagen werde einstecken müssen. Im Ergebnis könnte die Linke ihr gesamtes Gewicht einbüßen und viele ihrer gegenwärtigen Anhänger könnten eher Fidesz wählen, um dem Vormarsch der rechtsextremen Partei Jobbik Einhalt zu gebieten. Als eine Alternative schlägt Tóth vor, dass die linken Parteien die Belange der drei Millionen Leute zu verstehen versuchten, die nicht zur Wahl gegangen sind. Vor allem aber fordert er die Linke auf, sich um die Bedürfnisse der vier Millionen Ungarn zu kümmern, die unter dem Existenzminimum leben. Für Tóth liegt der von linken Intellektuellen geleistete Beitrag sehr weit weg von den Problemen der meisten Ungarn und sei kaum hilfreich, um einen Kontakt mit den armen Wählerschichten herzustellen.

Auf 444 äußert Péter Magyari die Ansicht, dass den Linken ein gewaltiges Stück Arbeit bevorstehe, falls sie sich neu erfinden wolle. Bislang hätten die Spitzenpolitiker der Linksallianz nicht verstanden, dass sie in den Spiegel blicken sollten. Andernfalls gebe es nur eine geringe Chance für eine Verbesserung der eigenen Popularität, ist der Autor sicher. Mit Blick auf die Linke sei die Zusammensetzung des neuen Parlaments für das Begründen einer neuen Identität eine erhebliche Bürde. Nach ihrer schweren Wahlniederlage seien ihre Spitzenpolitiker zur Zusammenarbeit verpflichtet, glaubt Magyari.

Als Ergebnis der Wahlniederlage würden die gleichen betagten Persönlichkeiten die Linke dominieren, vermutet Gábor D. Horváth in Magyar Nemzet. Der konservative Kolumnist erinnert daran, dass gleich nach dem Urnengang sowohl MSZP-Chef Mesterházy als auch der ehemalige Ministerpräsident Gyurcsány eine Fortsetzung ihres Kampfes gegen die Regierung Orbán angekündigt hatten. Das lasse darauf schließen, dass sie keinerlei Veränderungen am Personal in Erwägung zögen, die aber nach Ansicht Horváths für eine Verbesserung des Images ihrer Parteien notwendig wären. Die Neugestaltung der Linken würde einen Rücktritt der aktuellen Führung erforderlich machen. Stattdessen jedoch werde die Linke von genau den gleichen Politikern dominiert und vertreten, die die Wähler bei den Parlamentswahlen zurückgewiesen hätten, stellt der Autor fest.

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