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Klagen über Spaltungen und Inkompetenz bei der Linken

20. Jun. 2014

Analysten des linken Spektrums beklagen die Schwächen der linken Oppositionsparteien. Dabei weist ein Kommentator auf die Rivalität der verschiedenen Parteien hin, während eine andere Beobachterin deren Unfähigkeit kritisiert, sich von korrupten und diskreditierten Politikern zu verabschieden.

Die Linke ruiniere sich erfolgreich selbst und ohne jegliche Einmischung des Fidesz, der das Spektakel von einem Logenplatz aus betrachte, schreibt György Sebes in Népszava. Noch ohne ihre Wahlniederlage aufzuarbeiten, machten sich die linken Parteien das Leben schon wieder gegenseitig schwer. Die Demokratische Koalition (DK) des ehemaligen Ministerpräsidenten Ferenc Gyurcsány rufe die anderen linken Parteien energisch auf, gegen die Regierung gerichtete Massenproteste und -märsche zu organisieren. Doch seien diese zur selben Zeit mit der Wahl ihrer jeweiligen Führungen beschäftigt und lehnten demzufolge eine Zusammenarbeit ab. Sebes sieht diese Choreografie aus Einladungen und Absagen als ein Zeichen der Rivalität, die sich für die Zukunft des gesamten politischen Lagers als schädlich erweisen könnte.

In einer Kolumne für Népszabadság definiert Judit N. Kósa einen weiteren Grund, sich wegen düsterer Zukunftsaussichten der Linken sorgen zu müssen: ihre Unfähigkeit, diskreditiertes Politiker- und Spitzenpersonal loszuwerden. Die Kolumnistin nennt als Beispiel György Hunvald, einen sozialistischen Politiker der zweiten Führungsebene und ehemaligen Bürgermeister eines Budapester Innenstadtbezirks, der seit 2009 wegen massiver Betrügereien und Bestechung vor Gericht steht. Das endgültige Urteil des Obersten Gerichts wird in den kommenden Wochen erwartet. Gerüchten zufolge könnte die Sozialistische Partei ihn erneut für ein Amt nominieren.
Kósa verurteilt diesen politischen „Primitivismus”, der Parteien auch nur den Gedanken an die Kandidatur einer Person ermögliche, zu deren größten Errungenschaften gehöre, dass ihr Prozess als politische Verfolgung bezeichnet werden könne. Das Wahlvolk erwarte weder recycelte alte, noch mit blinder Loyalität zur Partei ausgestattete junge Gesichter, sondern glaubhafte Politiker, die den schäbigen Machenschaften ein Ende bereiten wollten.

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