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Ukraine: Keine Lösung in Sicht

2. Aug. 2014

Westukrainer, darunter ethnische Ungarn, lehnten es ab, in der Ostukraine zu kämpfen. Demzufolge könne der Aufstand ethnischer Russen nicht niedergeschlagen werden, prophezeit ein in der Westukraine geborener und aufgewachsener Analyst.

Auf Cink offenbart Albert Gazda eine verzweifelte Momentaufnahme von den Perspektiven des ukrainischen Bürgerkriegs. Dabei präsentiert der führende, 1991 aus der Karpatenukraine nach Ungarn immigrierte Online-Journalist Fakten, die die überraschende Schwäche der zur Niederschlagung des Aufstandes in der Ostukraine eingesetzten ukrainischen Armee belegen. So sei beispielsweise die 79. Division umzingelt und tagelang ohne Nahrungsmittel- und Waffennachschub zurückgelassen worden. Ein anderes Beispiel sei die Einberufung von 250 ethnischen Ungarn einer Kleinstadt zum Militärdienst. Alle würden sich verstecken oder hätten die Grenze Richtung Ungarn überquert. Jedoch müsse man kein ethnischer Ungar, Rumäne oder Pole sein, um den Kampf in der Ostukraine abzulehnen, erklärt Gazda und vermutet, eine übergreifende ukrainische Identität existiere – wenn überhaupt – einzig in den westlichen Regionen. Aber West-Ukrainer hätten nicht das Gefühl, dass der Osten ihr Land sei. Und so würde für die Aufständischen in dem Konflikt mehr auf dem Spiel stehen, demzufolge seien sie ungleich stärker zum Kampf entschlossen als die Wehrpflichtigen aus dem westlichen Landesteil. Eine ähnliche Ungleichheit macht Gazda auf internationaler Ebene aus. Russland wolle die Ukraine (als ein befreundetes Land), während der Westen es nicht wolle – denn es wäre zu kostspielig. Der Westen wolle lediglich, dass die Ukraine nicht zu Russland gehöre. Beide hätten sich verrechnet und nun gebe es keinen Ausweg, glaubt der Journalist. Der Aufstand könne nicht niedergeschlagen werden, er werde in der einen oder anderen Form weitergehen. „Dieser Wahnsinn hört niemals auf“, lautet denn auch das resignierte Fazit von Gazda.

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