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MSZP ruft Erneuerung aus

16. Dec. 2014

Auf einen landesweiten Kongress der Ungarischen Sozialistischen Partei eingehend, sind sich Magyar Nemzet und Népszabadság einig: Beide Zeitungen glauben, dass die MSZP noch einen lange Weg vor sich hat, bevor sie wieder einen entscheidenden Beitrag zur Ausgestaltung der Zukunft des Landes leisten kann, wie ihre Spitzenpolitiker am vergangenen Samstag versprachen.

In Magyar Nemzet äußert Mariann Katona Zweifel, ob die MSZP wisse, wie sie ihre eigene Bedeutungslosigkeit überwinden könne. Die Autorin räumt ein, dass die jüngsten Demonstrationen, darunter die vom Sonntag in Budapest, Ausdruck einer massiven Frontstellung der Menschen gegenüber einer ganzen Serie von seitens der Regierung ergriffenen Maßnahmen sei. Doch hätten die Protestierer außerhalb der Oppositionsparteien, darunter die MSZP, agiert. Ebenso hätten die Sozialisten nicht von der abnehmenden Popularität des Fidesz profitieren können. Die regierungsfreundliche Kommentatorin zitiert den sozialistischen Parteichef József Tóbiás, der auf der Tagung vom Samstag erklärt hatte, er würde eine neue Strategie verfolgen. Doch bemängelt Katona, dass er nicht deutlich ausgeführt habe, worin diese Strategie denn bestehen würde. „Vielleicht weiß er es selbst nicht“, argwöhnt die Autorin abschließend.

Népszabadság begrüßt das Ansinnen, vor einem Neuaufbau der MSZP zunächst einmal „Ideen kreieren“ zu wollen. Tatsächlich sei die Berufung eines dreiköpfigen Gremiums beschlossen worden, dem auch der ehemalige EU-Kommissar László Andor angehört. Dieser Ausschuss werde dann die neue, ausdrücklich linke Strategie ausarbeiten, der die MSZP künftig zu folgen gedenke und die im Gegensatz zur die vergangenen 25 Jahre prägenden „neoliberalen“ Politik stehe. Das bedeute allerdings, so Népszabadság in ihrem Leitartikel auf der Titelseite, dass die Sozialistische Partei gerade erst zu einer Reise aufgebrochen sei, die sie zur Repräsentantin der Empörung über die Misere der Armen „in einer spontanen und leidenschaftlichen Art und Weise“ machen werde.

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