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Linker Kandidat für Nachwahl in Veszprém umstritten

13. Feb. 2015

Linke wie auch rechte Kommentatoren halten es für höchst brisant, ja sogar geradezu absurd, dass die Linke bei der bevorstehenden Nachwahl in Veszprém einen libertären Kandidaten unterstützt. So hatte sich der Bewerber für eine Verknüpfung von Wahlrecht mit Steuerzahlungen ausgesprochen. Auch sollten seiner Ansicht nach das Grundschul- und Gesundheitswesen privatisiert werden.

Hír TV hat zwei Jahre alte Facebook-Kommentare und Blogeinträge von Zoltán Kész ausgegraben. In ihnen vertritt der linke Kandidat für die am 22. Februar anstehende Nachwahl in Veszprém libertäre marktorientierte Vorstellungen. So sprach er sich dafür aus, dass diejenigen, die keinerlei Steuern zahlten, auch kein Wahlrecht haben dürften. Darüber hinaus befürwortete er die Idee, das Gesundheitsversorgung und sogar die Grundschulbildung konkurrierenden Privatunternehmen anzuvertrauen.

In Magyar Hírlap bezeichnet es Miklós Ugró als absurd, dass die Linke keinen gemeinsamen Kandidaten aus dem eigenen Spektrum habe ausfindig machen können und sich bei der Nachwahl in Veszprém stattdessen für die Unterstützung eines klar libertären Kandidaten entschieden habe. Der konservative Kolumnist fragt sich, in wie weit Kész’ libertär-kapitalistische Konzepte mit sozialdemokratischen Prinzipien der Chancengleichheit in Übereinstimmung gebracht werden können.

Die Unterstützung eines marktorientierten Kandidaten widerspreche der Ideologie der Linken, stellt István Tanács in Népszabadság fest. Der linksorientierte Kolumnist glaubt, dass sich die Linke auf Wählerinnen und Wähler aus der Mittelschicht konzentrieren sollte, die Wohlergehen und bessere Lebensbedingungen erwarteten. Die von Kész vertretenen hochtrabenden libertär-marktorientierten Gedanken widersprächen den wichtigsten Prinzipien der Linken und untergrüben die Glaubwürdigkeit von Stellungnahmen zur Armutsbekämpfung seitens der Linken, warnt Tanács.

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