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Beziehungen zu Russland im Fokus

9. Mar. 2015

Kolumnisten aus dem rechten Spektrum widmen sich den Gesprächen des italienischen Ministerpräsidenten Renzi in Moskau und heben hervor, dass pragmatisch orientierte westliche Staatsmänner trotz Wirtschaftssanktionen und diplomatischer Streitigkeiten bereit seien, Präsident Putin zu treffen, falls nationale Interessen dies verlangten. So sei es gemäß ihrer Argumentation normal, wenn sich auch Ministerpräsident Orbán um die Pflege guter Beziehungen zu Moskau bemühe.

„Egal was man von Wladimir Putin denkt, aber ein pragmatischer Politiker muss sogar mit dem Teufel verhandeln, falls der an der Spitze einer solchen Großmacht wie Russland steht“, kommentiert Attila Szabó Palócz in Magyar Hírlap den Besuch von Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi in Moskau und dessen dreistündiges Treffen mit Präsident Putin. Trotz der seitens westlicher Mächte geäußerten Androhung verschärfter Sanktionen gegen Russland versuchten Politiker genau dieser Länder im Sinne der Realpolitik Abkommen mit Wladimir Putin auszuhandeln, hebt der regierungsfreundliche Kolumnist hervor. Da Ungarn von russischer Energie abhänge, sei es alles andere als überraschend, dass auch Viktor Orbán gute Beziehungen zum russischen Präsidenten aufrechtzuerhalten versuche. In einem Seitenhieb gegen linke Medien fragt sich der Autor, warum diese sich nicht auch über Matteo Renzi aufregen würden, der im Interesse Italiens Moskau einen Besuch abgestattet habe. Immerhin hätten diese Medien Orbán doch vorgeworfen, seine europäischen Verbündeten zu verraten.

In Magyar Nemzet äußert Gábor Stier den Eindruck, dass hinsichtlich der Beziehungen zu Russland in Europa eine klare Zweiteilung existiere: Während die der Führungsmacht USA folgenden Staaten „Russland auf hysterische Art dämonisieren“, versuchten pragmatischere Länder – darunter Italien, Frankreich, Griechenland, die Slowakei und Ungarn – den Konflikt durch Verhandlungen und auf diplomatischem Weg zu entschärfen. Ungeachtet der unterschiedlichen Strategien verfolgten alle Länder in ihren Beziehungen zu Russland ihre eigenen Interessen. Stier wirft der ungarischen Linken Doppelmoral vor: Diese habe sich nicht über den Moskau-Besuch des italienischen Ministerpräsidenten beschwert, zuvor jedoch Ministerpräsident Orbán nach der Budapest-Visite von Präsident Putin heftig attackiert. Allerdings merkt Stier an, dass die ungarische Regierung in außenpolitischen Angelegenheiten mehr Geduld und Beständigkeit an den Tag legen müsse. Vor allem aber sollte sie nicht in ihrem Bekenntnis zur westlichen Allianz nachlassen, während sie gleichzeitig weiterhin gute Beziehungen zu Russland pflege.

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