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Fall Griechenland gibt Ungarn recht

29. May. 2015

Eine konservative Analystin vertritt die Meinung, dass sich Ungarn in der tragischen Lage Griechenlands befinden könnte, hätte die Regierung den Internationalen Währungsfonds nicht rechtzeitig in die Wüste geschickt.

Die westlichen Partner sollten einsehen, dass sie mit dem Druck auf Griechenland, sich ihrem Willen zu fügen, mehr zu verlieren als zu gewinnen hätten, meint Anna Szabó in Magyar Nemzet. Griechenlands Fall würde die südliche Flanke der EU gefährden und einer Region ernste geopolitische Konsequenzen bescheren, die mit einem zunehmenden Flüchtlingsstrom über das Mittelmeer fertig werden müsse. Frühere griechische Regierungen sollten für die unverantwortliche Verschuldung ihres Landes zur Verantwortung gezogen werden, doch habe auch die EU unverantwortlich agiert. Szabó verweist in diesem Zusammenhang auf die Aufnahme Griechenlands in die Eurozone auf der Basis von gefälschten makroökonomischen Indikatoren. Der von den Gläubigern verordnete Schuldendienst war laut Szabó insofern selbstmörderisch, da die rigorose Sparpolitik zwar Gelder für Zinszahlungen zugänglich gemacht, Griechenland aber auch in die Rezession und damit in Richtung Insolvenz getrieben habe. Demnach seien die Verpflichtungen beidseitig und es seien auch Anstrengung von beiden Seiten erforderlich, um den freien Fall Griechenlands in die Katastrophe zu verhindern. Ungarn habe angesichts seiner Entscheidung, die eigenen Schulden vorzeitig zurückzuzahlen, das IWF-Büro in Budapest vor zwei Jahren geschlossen. „Das griechische Beispiel zeigt, was wir mit diesem Vorgehen verhindern konnten“, schließt Szabó ihre Betrachtungen.

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