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Ein linker Blick auf die Griechenlandkrise

1. Jul. 2015

Der Kommentator von Népszabadság hält die Griechenlandkrise für ein Symptom der sich verschlechternden Zukunftsperspektiven in Europa. In diesem Zusammenhang warnt er davor, dass rechtsradikale Kräfte höchstwahrscheinlich Kapital aus der europäischen Krise schlagen werden.

In Népszabadság interpretiert György Vári die griechische Weigerung, die von den internationalen Gläubigern angebotene Therapie zu schlucken, als eine radikal linke Antwort auf die weltweit dominierenden Trends einer Kürzung von Sozialausgaben und Beschränkung von Arbeitnehmerrechten. Die herrschenden Kreise seien entschlossen, diese Bewegung abzuwürgen, noch bevor sie außer Kontrolle gerät. Andererseits seien traditionelle Mitte-Linksparteien von einem „wohlverdienten Aussterben“ betroffen. Deswegen bezweifelt Vári, ob eine Rückkehr zu einer „Umverteilungs- und Ausgleichspolitik“ möglich sei.
Zu allem Überfluss bewege sich Europa angesichts seiner Probleme nicht in Richtung einer verstärkten Integration. Ganz im Gegenteil, das Vereinigte Königreich und Dänemark stünden an der Spitze einer Bewegung in Richtung einer lockereren Zusammenarbeit. Unter diesen Bedingungen käme die einzige tatkräftige Kampfansage an die Krise Europas von der extremen Rechten, warnt Vári, bevor er schlussfolgert: „Uns stehen düstere Zeiten bevor.“

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