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Mit Tränengas und Wasserstrahl gegen Steinewerfer

18. Sep. 2015

Serbische, rumänische und deutsche Politiker haben Ungarn kritisiert, weil der Polizei der Einsatz von Tränengas und Wasserwerfern gegen Flüchtlinge gestattet worden war. Eine Gruppe von ihnen hatte zuvor versucht, im Bereich des geschlossenen Übergangs Horgos/Röszke die Grenze gewaltsam zu durchbrechen. Kommentatoren erörtern nunmehr die möglichen internationalen Folgen des Geschehens.

Im Leitartikel auf der Titelseite räumt Népszabadság ein, dass der Anblick einer wütenden Menge von Migranten, die Steine gegen die ungarische Polizei schleudern, weite Teile der Öffentlichkeit möglicherweise davon überzeugt haben dürfte, die Regierung habe sie zu Recht nicht ins Land hineingelassen. Dessen ungeachtet glaubt die linke Tageszeitung, dass sich das, was ein PR-Sieg der Regierung sei, als diplomatische Niederlage entpuppen könnte: Ungarn habe den Flüchtlingsstrom lediglich Richtung Kroatien umgeleitet, anstatt Europa davor zu schützen. Gleichzeitig habe Ungarn einige neue Feinde hinzugewonnen, ätzen die Leitartikler von Népszabadság.

In Magyar Nemzet äußert sich Csaba Lukács überzeugt, dass Ungarn und seine Polizei in Selbstverteidigung gegen einen Mob gehandelt hätten, der mit Steinen und unter dem Ruf Allah Akbar angegriffen habe. Demzufolge sei die internationale Kritik weitgehend fehl am Platz. Allerdings glaubt der Autor, dass die ungarische Diplomatie die Strategie der Regierung hätte erfolgreich verkaufen sollen. Ungarn sei in vielerlei Hinsicht im Recht. Allerdings spiele das aktuell gar keine Rolle, wenn es nicht fähig sei, seine Position der Welt glaubwürdig zu erläutern, bedauert Lukács.

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